(Saddle Creek / Cargo Records )

Die erste Single, 'How Simple', und Vorabveröffentlichung von "Bark Your Head Off, Dog" ließ mich aufhorchen. Der Song hat mein Indieherz im Sturm genommen und die Erwartungshaltung an das Album vermutlich ins Übertriebene gesteigert. Denn jetzt liegen alle neun Songs des Albums vor und meine Euphorie hält sich in Grenzen.

Selbstproduziert und aufgenommen von Joe Reinhart und Kyle Pulley im The Headroom in Philadelphia, präsentierten HOP ALONG auf "Bark Your Head Off, Dog" wieder ihren bekannten Sound, der die Band nicht so richtig in eine Schublade packen lässt: HOP ALONG klingen nach Grunge, Folk, Punk und Power-Pop, inspiriert von ELO und Elvis Costello bis hin zu Girl Group Vocal-
Arrangements der 70er Jahre.

Zum Start ins Album gibt es mit 'How Simple' direkt den Übersong dieser Platte. In dem Track kämpft Sängerin Frances Quinlan damit, wie es ist, mehr über sich selbst zu lernen - und dass das manchmal ganz schön unschön sein kann. Quinlan erklärt: „Menschen romantisieren oft die Idee der Selbstfindung, doch wenn sie sich dann mal selbst gefunden haben, kann es meiner Erfahrung nach auch schon mal richtig schwierig werden. Dann erkennt man nämlich erst, dass man seine Freunde enttäuscht hat und sie dich enttäuschen."

Der Song lässt sich hier streamen:

Das folgende 'Somewhere A Judge' hält das Niveau oben. Gitarre und Songstruktur erinnern an Modest Mouse. Der zweieinhalb Minüter 'How You Got Your Limp' erweist sich leider als verzichtbar und auch der Gesang in 'Not Abel' dürfte nicht jedermanns Sache sein. Erst wenn die Band aus Philadelphia wieder etwas beschwingter zu Werke geht ('The Fox In Motion'; 'What The Writer Meant') gehen die Songs auch wieder etwas besser ins Ohr. Teilweise wirken die Songs dann aber auch etwas überfrachtet und man fragt sich ob eine gewisse Geradlinigkeit den Songs nicht besser zu Gesicht stehen würde. So gibt es jedenfalls immer wieder Streichereinsätze und verschachtelte Rhythmen.

Und auch wenn sich Sängerin Frances Quinlan im Vergleich zu den früheren Werken von HOP ALONG etwas zurücknimmt, ist ihr Gesang auf den beiden abschließenden Tracks recht eigenwillig. So machen es 'Look Of Love' und 'Prior Things', trotz üppiger und eingängiger Harmonien, es dem Hörer nicht gerade leicht.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'How Simple'

Album-VÖ: 06.04.2018