(Universal Music)

BREAKING BENJAMIN sollten jedem Fan von moderner und harter Rockmusik ein Begriff sein. Am kommenden Freitag steht mit "Ember" das bereits sechste Album (und damit der Nachfolger von "Dark Before Dawn" aus 2015) im Laden des Vertrauens und brüllt danach, ausgelöst zu werden! Brüllt? Kostprobe für Nicht-Eingeweihte? Führt euch doch mal 'Red Cold River' zu Gemüte, welches auf Youtube bereitsteht, der Ausbruch erfolgt bei 38 Sekunden:

Man könnte es sich nach diesem Song jetzt einfach machen, mit der Rezi, denn qualitativ geht es so weiter, auf dem Album:

Kaufempfehlung! Das dargebotene Material ist verdammt dynamisch (wie im gerade verlinkten Beispiel-Song) und eine wahre Wonne für Fans.

Frontmann Ben Burnley äußert sich dann auch wie folgt zur neuen Platte:

“People have always really liked the heavier side of the band. I think that's what they sort of gravitate towards. But we also make sure to explore our melodic and softer side too.” On Ember we just tried to make it more extreme — the softer side on this album is really soft, and the heavy side is really heavy. We decided to give everybody what they want to the furthest degree.”

Selten stimmte ein Statement so dermaßen und selten habe ich ein Album gehört, welches die Pole "Hart und Zart" so gut verschmilzt oder stellenweise aufeinander prallen lässt (wie Ben sagte: "Gravitate towards!"). 'Red Cold River' kann somit als Gradmesser gesehen werden. Aber auch in 'Feed The Wolf', 'Torn In Two' und 'Blood' (Was für ein Über-Song!) wird Jekyll and Hyde-Gesang genutzt, die Songs streicheln auf der eine Seite die Wange und geben der anderen dann eine amtliche Schelle mit. 😉 Perfekt ausbalanciert, himmlische Cleangesänge, weite und getragene Soundflächen als Untermalung, die aggressiven Vocals schön angecruncht. Gäsehaut! Die genannten Songs sind zudem auch meine Favoriten. Bislang waren Chevelle immer meine Laut/Leise-Favoriten, durch "Ember" muss ich das noch mal überdenken.

'Tourniquet' und 'Pyscho' schlagen in eine ähnliche Kerbe, mit 'The Dark Of You' kommt dann ein Song, der mich instrumental an 30 Seconds To Mars zur "A Beautiful Lie"-Phase erinnert. Ein schönes melancholisches Stück. Dann zimmert 'Down' wieder ordentliche Brett-Instrumental-Fundamente, Bens Gesang kommt hier anfangs ausschließlich melodisch und erinnert dabei an epische Red-Momente. Im letzten Drittel gibt er aber noch mal Brüll-Stoff.

Photo by Chris Yankton

Jeden Song anzureissen, würde wieder den Rahmen sprengen. Ihr merkt sicherlich jetzt schon, wie abwechslungsreich der Cocktail gestaltet wurde.

Die Tracklist:

1. Lyra
2. Feed The Wolf
3. Red Cold River
4. Tourniquet
5. Psycho
6. The Dark Of You
7. Down
8. Torn In Two
9. Blood
10. Save Yourself
11. Close Your Eyes
12. Vega

Einziges Manko bei "Ember" ist die Spielzeit. Bei 12 Zählern finde ich 38:45 Minuten dann doch mehr als mager. Liegt auch daran, dass 'Lyra' ein Piano-Intro ist, welches für 'Feed The Wolf' langsam die Breitwand-Klampfen hochfährt, bevor der Song dann losbricht. Das instrumentale 'Vega' als Outro kommt mit 1:22 Minuten auch nicht auf Songlänge, ist mit seinem Drumming auch eher In- als Outro. Auf 45 Minuten hätte man das Ding mit 1-2 Songs mehr hieven können.

Trotzdem: Ich bin positivst geflasht! Ein Album für die Insel!

Eckdaten:

"Gründung durch Gitarrist/Sänger/Songwriter Benjamin Burnley, bis jetzt fünf Studioalben: 'Saturate' (2002), 'We Are Not Alone' (2004), 'Phobia' (2006), 'Dear Agony' (2009), 'Dark Before Dawn' (2015).

Die Band konnte einige Radio Hits landen: "Failure", "Polyamorous", "So Cold", "Sooner or Later" "Breath", "Diary of Jane", & "I Will Not Bow" brachten Platin und Goldstatus mit insgesamt über 7 Millionen Einheiten alleine in den USA!"

Album-VÖ: 13.04.2018