(Run For Cover Records/ ADA)

Hat da wer Have Heart gesagt? Was meinste - Basement? Kann doch wohl nicht wahr sein - FIDDLEHEAD haben sich Personal aus eben genannten Bands formiert und wollen auf ihrem Debüt "Springtime And Blind" zeigen, wie lauter Indierock zu klingen hat.

Leicht dissonante Rhythmen, die auf klare Gesangslinien treffen, die voller Energie stecken und auch mal ausbrechen dürfen. Das fasst die ersten beiden Songs 'Spousal Loss' und 'Poem You' gut zusammen. Wem die Namen Bluetip oder Retisonic durch's Hirn jagen, beweist Geschmack und trifft den Nagel ziemlich mittig.

Bei 'Tidal Waves' entwickelt sich ein Sog, dem man sich schwerlich entziehen kann - schade, dass die Songs auf "Springtime And Blind" selten die 3-Minuten-Grenze ankratzen. Dafür sind sie natürlich auf das Wesentliche beschränkt und enorm kurzweilig arrangiert. Der Sound ist in den 90ern verwurzelt und hat leichte Neo-Grunge-Töne, die auch Superheaven oder spätere Title Fight genutzt haben, um ihren Songs das gewisse Etwas mitzugeben.

Wenn der letzte Track 'Window In The Sunlight' verklungen ist, fühlt man sich quasi genötigt die Repeat-Taste zu drücken, denn dieser teils tiefenentspannte Groove den die Platte versprüht in Verbindung mit der transportierten Energie, spricht Bauch, Kopf und manchmal auch Beine an. Obwohl die Musik im Großen und Ganzen recht unspektakulär vor sich hinplätschert, schaffen es FIDDLEHEAD beim Zuhörer nostalgische Gefühle zu wecken, die befriedigt werden wollen.

"Springtime And Blind" ist ein tolles Album geworden, welches mit jedem Hören wächst und sich über die nächsten Jahre bei manchen Zeitgenossen zu einer Lieblingsplatte mausern wird. Man kann nur hoffen, dass FIDDLEHEAD mehr als "nur" ein Projekt ist und uns noch viele Kompositionen schenkt.

Album-VÖ: 13.04.2018