(Steamhammer/ SPV)

Wenn es aussieht wie Heavy-Metal (Bandfoto im 80er-Style), Bandname und Albumtitel ein Klischee nach dem nächsten bedienen und das Ganze im Gesamtpaket entweder als Tribut oder Ironie-Vollbedienung aufgefasst wird, kann es sich nur um die schwedischen BULLET handeln, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Heavy-Metal und hardrockenden Rock 'n Roll salonfähig zu halten. BULLET kennen keine Ironie und haben mit "Dust To Gold" übrigens ihr sechstes Album im 17. Jahr am Start. Fun Fact: Die Australier Airbourne haben sich BULLET als Vorbild für Ihr Tun genommen. Der Bekanntheitsstatus hat sich seitdem bekanntlich etwas verschoben.

Ohne viel Firlefanz geht's mit 'Speed And Attack' gleich in Vollen. Genauso stellt man sich als Laie den typischen Metal-Sound vor. Knochentrockene Rhythmusfraktion, die auf wirkungsvolle Riffs trifft und einen Sänger, dem die Klöten durch die Skinny Jeans weggedrückt wurden. Wer sich auf U.D.O./Accept einlassen kann und dem deutschen Heavy-Metal grundsätzlich freundlich gesonnen ist (Gamma Ray, alte Pink Cream 69) darf sich auf "Dust To Gold" freuen, denn hier werden quasi im Minutentakt stakkatomäßig die pumpenden Riffs, Solis und Refrains abgefeuert, die dich nach wenigen Tracks schwitzend und glücklich zurücklassen. 'Fuel The Fire', 'Rogue Soldier' oder 'Screams In The Night' zeigen auch deutlich auf, von wem sich Airbourne zu Beginn ihrer Karriere haben inspirieren lassen (neben AC/DC natürlich).

Bullet_Photo_courtesy_of_Steamhammer

Bullet Photo courtesy of Steamhammer

BULLET meinen es ernst und haben mit "Dust To Gold" ein Album in der Hinterhand, welches die 80er-Metal-Jahre feiert und jedem Fan dieser Dekade ein seliges Lächeln entlocken wird. Wer W.A.S.P., Quiet Riot oder Dangerous Toys liebt und zu schätzen weiß, wird sich an BULLET satt hören können.

Album-VÖ: 20.04.2018