(Bat Skull Records/ The Orchard)

Viel geiler als der unsägliche Record Store Day am 21.04. ist der grandiose PR-Stunt, den CANCER BATS sich heute geleistet haben. Einfach so - ohne Vorankündigung haben sie in Eigenregie ihr neuestes Werk "The Spark That Moves" auf den Markt geschmissen. Im Januar aufgenommen, drei Monate später veröffentlicht - ohne Auskopplung (weder Single, noch Video) im Vorfeld, ohne Werbung. Dafür gibt es zu allen elf neuen Songs auch dementsprechende Videos, die in den nächsten Tagen nach und nach veröffentlicht werden. Ob das Überraschungsrelease dem Umstand geschuldet gewesen ist, dass es bereits gestern geleakt wurde? Immerhin gab es verschiedene Pre-Order-Möglichkeiten, die das Veröffentlichungsdatum auf den 01.06. datierten - sei´s drum! Ab heute steht das neue Geschoss allen zur Verfügung - danke CANCER BATS für soviel Chuzpe! 🙂

Ich habe CANCER BATS selten wütender als wie beim Opener 'Gatekeeper' erlebt - ein fauchender, konsequent aggressiver Track, der Alien-gleich den Brustraum einengt, bis es unweigerlich herausbricht. 'Brightest Day' schliesst sich dem an, ohne einen Gedanken an melodiöse Kompromisse zu verschwenden.

CANCER BATS steht es scheinbar bis Oberkante Unterlippe, denn die Wut, die sich hier Bann bricht, hat sich offensichtlich angestaut, bis es raus musste. Wenn ein Zugeständnis an Zugänglichkeit gemacht wird, wie bei 'Space And Time' (erinnert übrigens irgendwie an alte White Zombie), ist das immer noch tausendmal intensiver als das, was andere Hardcore/Punk-Bands in ihrer ganzen Karriere nicht hinbekommen werden. 'Bed Of Nails' hat ebenfalls seine catchy Momente - diese werden aber gleich beim nachfolgenden 'Headwound' wieder eingenordet. Zupackender Hardcore mit Metalanleihen - im Grunde ist damit das Genre, welches die Kanadier beackern gut umschrieben, wobei sich das Quartett ebenfalls die besten Elemente aus Punkrock, Southern-Metal und Sludge herauszieht, um ihre Songs dynamisch und spannend zu gestalten. Sie sind schon einzigartig und haben mittlerweile den Referenzstatus erlangt.

'Rattlesnake' und 'Can't Sleep' z.B. dürfte auch Comeback Kid-Jüngern gefallen, während bei 'Heads Will Roll' und dem Abschluss 'Winterpeg' die tiefer gestimmten Southern-Metal-Einflüsse zum Zuge kommen.

Cancer_Bats_Photo_courtesy_of_Bat_Skull_Records

Cancer Bats Photo courtesy of Bat Skull Records

Super-Aktion von CANCER BATS ihre neue Platte "The Spark That Moves" aus dem Nichts heraus auf den Markt zu schmeissen. Niemand konnte sich darauf einstellen, was einen erwartet. Deshalb ist das Album extrem frisch, spannend, brutal-aggressiv, pissig und düster. Und gerade deswegen ein absolut fantastisches "State Of The Art". Chapeau!

Album-VÖ: 20.04.2018