(Spinefarm Records/Universal)

"20 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums und 20 Millionen verkaufte Tonträger später beweisen Godsmack mit ihrem neuen Album "When Legends Rise", das am 27. April erscheinen wird, dass sie nachwievor zur ersten Hardrock-Riege zu zählen sind."

Ob das so geplant war, mit den "20ern"? 😉 Schon amtlich, was die Band hier vorlegt, an Verkaufszahlen. Und wenn man sich nach dem ersten Mal Durchhören von "When Legends Rise" die 20 Millionen vor Augen führt, dann wird sich diese Zahl angesichts der 2018 dargebotenen Qualität noch um ein Beträchtliches steigern lassen.

"When Legends Rise" ist das siebte Studioalbum der in Boston, Massachusetts gegründeten Band, (welches ich mir ins Regal stelle). Auf meinem Radar war das Quartett bereits mit/ab dem ersten Album, seitdem verfolge ich die Combo. Wer auf Hardrock mit einer absolut wuchtigen Kante stand, der kam an dieser Band einfach nicht vorbei. Kompromisslos, arschtight, GODSMACK waren gekommen, um Schellen und musikalische Arschtritte zu verpassen.

Aufgenommen wurde "When Legends Rise" im GODSMACK-Headquarter in Derry, New Hampshire. Die Produktion erledigten Erik Ron und Sänger Sully Erna.

"It was just about evolving as a songwriter. I wanted to stretch my wings even further, to use all of the experiences I've had writing different types of music over the years and apply that to finding a way to introduce a newer, fresher, more mature sound, whilst still maintaining the power of Godsmack." - Sully Erna

Und diese Aussage trifft auch zu 100 % den Nagel auf den Kopf! Prinzipiell schon eine Rezi in sich! 😉

'Bulletproof' , die erste Single, die die Band anteaserte, zündete bei mir zwar erst im Nachklapp und begleitet durch das grandiose Video, welches die Band von ihrer komödiantischen Seite zeigt, aber dann wollte der Song auch nicht mehr aus dem Ohr raus.

Dieses Stück ist auch stellvertretend für die neugewonnene Variabilität zu sehen. Das Songmaterial ist extrem vielseitig, alleine die ersten drei Songs (inkl. 'Bulletproof') könnte man schon als Gradmesser für die Qualität des Album betrachten. Der Titelsong als Opener startet fulminant und geht gut nach vorn. Und auch 'Unforgettable' setzt sich beim ersten Hören sofort im Ohr fest. Mich persönlich stört aber der Kinderchor. DAS hatten wir doch wirklich schon oft genug?

Trotzdem: "When Legends Rise" wird der Band auf ein neues Karriere-Level helfen. Bis zur Hälfte zündet quasi jeder Song beim ersten Take, auch wenn ich dem Album bereits mehrere Durchläufe gegeben habe, war das mein Eindruck beim ersten Hören. Man möchte sofort mitsingen, obwohl man die Texte ja noch gar nicht wirklich kennt. A propos singen: Sully war meiner Meinung nach ja schon immer ein guter/ausdrucksvoller Sänger, hier zieht er aber sämtliche Register.

'Under Your Scars', die Ballade, die die Hälfte des Albums markiert, überrascht mit Streichern. Das Stück erinnert mich etwas an Metallica, vor allem Sully. Leichtfüßig "tänzelt" er durch den Song. 'Someday' zeigt uns die "alten" GODSMACK, die klingen, als würde sich ein Raubtier anschleichen. Langsam, lauernd, bis die Beute nicht mehr fliehen kann. Zack: Erlegt!

Photo courtesy of Spinefarm Records

Und wer jetzt reininterpretiert hat, nur die erste Hälfte der Langrille wäre gut: Mitnichten. Der zweite Teil wird sogar noch flotter gestaltet und man fragt sich, was zur Hölle mit der Band beim "verflixten siebten Album" los ist, woher diese neue Kreativität kommt.

Ich vergebe NICHT die Höchstnote, da die Jungs es bei einem Songs wie 'Say My Name' schaffen, perfekt abzuliefern, kleine Nuancen bei anderen Stücken aber noch etwas nach Reissbrett/zu gewollt klingen. Und wer weiß, wozu sie mit dem nächsten Werk noch fähig werden können. Nebenbei: Einen Song wie 'Eye Of The Storm' als letzten Song zu platzieren, zeugt schon von ganz dicken Eiern. Nicht wenige Bands würden solch ein Stück als Opener wählen. Sagt viel über die "neuen" GODSMACK aus! 😉

Album-VÖ: 27.04.2018