(Big Scary Monsters/ Irascible Distribution)

James Alex, seines Zeichens Frontmann und Songschreiber bei Beach Slang, hat nach diversen Plänkeleien innerhalb der Band (Bandauflösung während einer Show, Rausschmiss fast aller anderen Mitglieder, Neuformation etc.) anscheinend etwas Ruhe gebraucht und sich entschieden die emotionalen Punkrock-Originale der Hauptband in ruhiger Atmosphäre neu zu arrangieren und zu interpretieren.

Man kennt das ja - erfolgreicher Punkrocker wird zum Singer/Songwriter, packt die Akustikklampfe aus und schmettert im Idealfall die vorhandenen Hits bei bester Lagerfeuerstimmung. Mr. Alex geht mit "Everything Matters But No One Is Listening" einen anderen Weg, denn als QUIET SLANG kleistert er Songperlen wie 'Bad Art & Weirdo Ideas', 'Future Mixtape For The Art Kids' oder 'Too Late To Die Young' mit Piano-Schüben und Geigenbegleitung zu und fährt damit ungebremst gegen die Wand. Ich kann mir nicht erklären, wie man glauben kann, dass das die Songs einen Deut interessanter machen könnte? Zudem geht mir dieser gehauchte, leidene Gesang von James Alex nach wenigen Minuten so dermaßen auf den Zwirn, dass ich über jede Sekunde froh bin, die mich dem Ende der Platte näher bringt. Hätte er neue Songs geschrieben und diese promotechnisch mit dem Namen Beach Slang in Verbindung gebracht, wäre alles in Ordnung - aber da hier (zum Teil) großartige Originale verhunzt werden, ist es nur ein vertontes Ärgernis. Außerdem geht mir diese aufgesetzte Introversion von James Alex komplett auf die Eier.

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Quiet Slang Photo courtesy of Big Scary Monsters

Nee, Leute! Lasst die Finger von "Everything Matters But No One Is Listening", wenn euch Beach Slang etwas bedeutet. QUIET SLANG macht meiner Meinung nach gute Songs kaputt. Für die Fanboys und -girls wird das vielleicht eine Offenbarung sein, aber wer ernsthaft die Melancholie der tollen Punkrock-Originale erleben möchte, soll sich die Diskographie von Beach Slang ziehen. Das hier ist nicht melancholisch, sondern depressiv. Somit ist der Albumtitel wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu verstehen.

Album-VÖ: 18.05.2018