(Finetunes)

Der historische Kern von PAU liegt in Hamburg St. Pauli. Dort trafen sich um 2012 die Nachbarn Sönke Arlt und Jens-Rainer Berg in einem schimmeligen Bunkerraum, mit Gitarre und Schlagzeug. Dass das nicht reichte, war klar, und so stieß kurz darauf Arne Kittler am Bass dazu. Kittler und Berg hatten zuvor zusammen bei der Band Jullander gespielt, die im Hamburger Diskurs-Untergrund bis 2006 zu einigem Ansehen gekommen war, in Deutschland und international Konzert gespielt und mehrere Alben veröffentlich hatte.

2013 erhielt PAU seine fertige Besetzung: Jan Nannen, als Schlagzeuger einst Mitglied der legendären, wenngleich völlig unbekannten Hannoveraner Trash-Band Die Heizkörper, ergänzte an Rhodes und Tasten den Sound der Band. Charakteristisch wurde nun der klare Groove von Bass und Schlagzeug, die reduziert und rhythmisch eingesetzte Gitarre, die smart gestreuten Tastenakzente. PAU zeigte Sinn für rundes Songwriting und zugleich für unerwartete Wendungen, präsentierte einen englischen Gesang mit Pop-Appeal von Gitarrist Arlt. Im Frühjahr 2014 erschien auf dem Label Sunday Service die erste Veröffentlichung, die 6-Song-EP "Paupulism".

Dann wurde es stiller, auch weil ein Bandmitglied zwischenzeitlich in Barcelona weilte. Die Ruhephase endete allerdings in umso höherer Aktivität: 2017 entwickelte sich aus alten Kontakten eine Zusammenarbeit mit Mark Tavassol, Musiker und Produzent, Bassist von Wir sind Helden und inzwischen als eine Hälfte von GLORIA unterwegs.. Berg und Kittler waren zusammen mit Tavassol zur Schule gegangen.

Zur Zusammenarbeit mit PAU sagt Tavassol: „Es mag wie ein erzwungener Satz klingen, aber ich wollte Pau unbedingt aufnehmen. Ich mag die scheinbare Naivität in ihrem Sound, die sich schnell als das Gegenteil erweist, als lebendiger Einfallsreichtum. Das klingt auf die richtige Art frisch und abgeklärt zugleich. Ein bisschen so, als wäre Erlend Øye bei The Robocop Kraus eingesprungen."

Und die genannten Referenzen passen. Die digitale 3-Track EP setzt vom Sound genau dort an, wo Erlend Øye mit The Whitest Boy Alive 2009 den Indie geparkt hat. Eine ganz wundervolle Mixtur aus kühlen Elektro-Beats und euphorisch beseelten Melodien. 'Facts And Signs' ist genau nach diesem Strickmuster gebastelt, 'Lose Yourself' legt noch eine breite Synthiefläche drauf und mit der Single 'The Secret' kann man sicher auch die Studentencharts entern. Klingt nach Hit:

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Facts And Signs'

EP-VÖ: 04.05.2018