(Century Media)

Das lange Warten hat endlich ein Ende! Am 18.05.2018 erschien unter Century Media das neue Album von Schwedens Melodic Death Pionieren AT THE GATES. Der mit Spannung erwartete Nachfolger des 2014 veröffentlichten “At War With Reality” wurde von der Genre Größe Russ Russell in den Parlour Studios in den UK produziert. Dieser hat zuvor mit namenhaften Bands wie Napalm Death, The Haunted und Dimmur Borgir gearbeitet und verspricht Qualität. Wer dies bezweifelt, kann sich direkt mit einer der Vorab Singles, ‘Daggers Of Black Haze’, vom Gegenteil überzeugen.

Sänger Lindberg stellt das Album in einem viereinhalbminütigen Interview vor und trifft bei der Beschreibung zur Single den Nagel auf den Kopf. Er beschreibt den Track als „verzweifelt und eindringlich, gleichzeitig aber auch melancholisch und episch“. Der progressive Track verbindet genau diese Attribute und eröffnet den Kampf der Band gegen Apathie und Populismus. Es sei ein Ausdruck von gegenseitigem Verständnis für kulturelle Geschichte. Costin Chioreanu drehte das Video und dieses beinhaltet jede Menge Empathie für die Kunst an sich. Lindberg schwärmt dazu noch von der Interpretation des Konzeptes. Die Single ist ein Baustein des kommenden Konzeptalbums und soll einige Elemente des Debutalbums “Red in the Sky Is Ours“ von 1992 wieder aufnehmen. Der Produzent des Videos ist auch für das Artwork des Albums verantwortlich. Das Cover ist dabei inspiriert von dem Pergamon Altar, ausgestellt im Berliner Pergamon Museum.

Das Album wird mit ‘Der Widerstand’ eröffnet. Hier wird eine düstere, Gothic ähnliche Atmosphäre erzeugt, unterstützt durch Chorgesänge, Orchester und Pianospiel. Eine sehr emotionale Grundstimmung.

Darauf folgt direkt der titelgebende Track der Platte ‘To Drink From The Night Itself’. Dieser Song zeigt die Komplexität welche AT THE GATES ihren Songs geben. High Tempo Basslines, starke Drums und Rhythmen die dennoch genug Platz für melodische Parts lassen.

’A Stare Bound In Stone’ drosselt das Tempo etwas, vermittelt aber deutlich mehr Wut in den Drums ohne dabei Bass und Gitarre zu überrollen. Der Song spiegelt lyrisch Licht und Schatten wieder und erzeugt eine typische Stimmung die sich durch das ganze Album zieht. Generell ist das Album sehr lyrisch. Die Texte beschreiben malerische Bilder und erzeugen sowohl Besinnlichkeit als auch düstere Kälte und Verzweiflung. "The language of the flood / In a fever black / Monumental and cold / The earth now belongs to the dead“ ist nur en Beispiel dafür.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bands versuchen AT THE GATES nicht diverse Genre zu vereinen und allen gerecht zu werden. Und das ist in diesem Fall echt was Gutes. Das Album klingt durch und durch nach den Schweden und man erkennt die klare Handschrift die sich über all die Jahre entwickelt hat ohne dabei in irgendeiner Weise eintönig zu klingen.

Der Longplayer beinhaltet 12 starke Songs. Jeder ein Kunstwerk an sich und alle „same but different“. Nach dem letzten Ton der Scheibe macht sich ein gewisses Gefühl der Leere breit und man bedauert, dass das Album bereits vorbei ist. Es ist ein sehr kurzweiliges Album und ist wirklich im Melodic Death Genre im Jahr 2018 das Maß aller Dinge bislang. Das Album entwickelt sich beim Hören und bildet am Ende ein wunderbares Gesamtwerk.

Nach dem Release werden sich AT THE GATES direkt wieder den Live Auftritten widmen und werden so ziemlich alle großen Festivals in Europa spielen. Darunter das Graspop Metal Meeting, das Hellfest und das Summerbreeze.

Album-VÖ: 18.05.2018

AT THE GATES verdienen sich mit Ihrem schmutzigen, malerischen und gleichzeitig kalten Songs: