(Midsummer Records / Cargo Records)

Hinter CITIZEN TIM verbirgt sich der Songwriter und Geschichtenerzähler Marco Kallenborn. Mit "Hospital Breakfast Conversations" erscheint nun der Debüt-Longplayer des Saarländers, welcher euch im Vor- oder Beiprogramm von Genregrößen wie TRADE WIND, EAST CAMERON FOLKCORE, MATZE ROSSI oder SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS vielleicht bereits über den Weg gelaufen ist.

"Hospital Breakfast Conversations" ist komplett in den eigenen vier Wänden produziert, gemixt und gemastert worden. Zum Hauptthema und ungewöhnlichen Namen der Platte äußert sich Marco folgendermaßen: „Die Platte handelt von Verlust und dem Trauerprozess, soll dabei aber stets Hoffnung geben und nach vorne blicken. Die Idee zum Namen kam mir tatsächlich im Krankenhaus. Ich wartete morgens auf meine Freundin, deren Schicht im Krankenhaus bald endete. Am Tisch gegenüber saßen etwa sechs Ärzte, die gerade Frühstückspause machten und sich über Rezepte, Sport und Konzerte unterhielten. Ganz normale Pausengespräche eben. Einen Tisch weiter wiederum saß ein junges Pärchen, vielleicht Mitte 30. In ihren Gesichtern konnte man sehen, dass ihnen gerade etwas Schlimmes passiert ist, sie wohl gerade eine furchtbare Diagnose erhalten haben. Diese Situation war so verstörend, dass da ein Tisch voll mit Ärzten ist und niemand in der Lage ist, zu helfen. Dieser Anblick hat mich sehr lange verfolgt und so hab ich die Situation für mich weiter gesponnen...“

Musikalisch klingen die zehn Songs nach Songwriter-Schule von Matt Pryor oder Kevin Devine. Das sollt doch erst einmal genügen um neugierig zu werden. Also einfach mal reinhören:

"'The Vein Of This Town' ist meine persönliche Liebeserklärung an die Stadt Saarbrücken. Viele denken (zurecht), dass Saarbrooklyn ein wenig rau und asozial wirkt. Aber es gibt Orte und vor allem eine Menge Menschen, die die Stadt zu etwas sehr liebenswerten machen. Ich persönlich hatte mal ne Zeit des persönlichen Umbruchs und saß alleine und betrunken am Flussufer, als ich bemerkte, wie sehr ich die Stadt mag und was für großartige Leute ich um mich hab." - Marco Kallenborn

Der Großteil der Songs auf "Hospital Breakfast Conversations" wirkt melancholisch, getragen und lässt stets den großen Ausbruch gegen Songende vermissen. Eigentlich eine wunderbare Herbst-Platte, nur leider spielt der Kalender momentan nicht mit. Ein beschwingter Aussreißer wie 'Barfight' bildet die absolute Ausnahme. Melancholie ist eher vorherschend und Tracks wie 'Crazy Old Man' oder 'The Sweetest Melody On Earth' beschwören eben jene alten Emo-Geister, welche Jimmy Eat World nicht mehr freizusetzen im Stande sind.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Barfight'

Album-VÖ: 18.05.2018