(ROAR/Soulfood)

Als Anhänger der "New Wave of British Heavy Metal", kann man diesen auch heute noch genießen in dem man auf ein Iron Maiden oder Saxon-Konzert geht oder eine der neuen Platten dieser Bands ersteht. Denn diese zwei Bands, die Mitbegründer dieses Genres und gleichzeitig die Speerspitze sind, sind immer noch aktiv. Aber alle Bandmitglieder haben bereits ein gewisses Alter erreicht und man fragt sich wie lange es diese beiden Bands noch geben wird. Doch keine Angst mit MONUMENT hat sich 2011 eine Band gegründet, die auch weiterhin die Fahne des NWOBHM hochhalten will. Und mit "Hellhound" liegt jetzt auch schon das dritte Album der Briten vor.

Schon bei 'William Kidd' werden sich neue Hörer verwundert die Ohren auswaschen wollen, singt da etwa der junge Bruce Dickinson? Nein, es ist Peter Ellis, aber seine Stimme klingt schon verdächtig nach dem Iron Maiden-Frontmann. Natürlich handelt das Lied über den gleichnamigen schottischen Freibeuter und dank dieser Thematik lassen die Jungs ordentlich viele Running Wild-Vibes mit einfließen. Das geht sofort ins Ohr, macht richtig Laune und hört sich wirklich so an als ob es direkt aus den 80ern kommen würde. 'The Chalice' wirft dann die Piratenelemente über Bord und bietet reinrassigen britischen Heavy-Metal. Bei 'Death Avenue' besingt man kurz die "Danger Zone" und tatsächlich bin ich auf einmal gedanklich bei Kenny Loggins gleichnamigem Lied - manche Teile erinnern nämlich schon irgendwie an dessen Refrain. Vielleicht entspringt das aber auch alles nur irgendwelchen Wirrungen in meinem Schädel. Der 'Nightrider' fährt an mir dann recht fix vorbei und kann mich nicht zum längeren Verweilen bewegen. Der Titeltrack 'Hellhound' kommt da doch schon deutlich knackiger daher und erinnert an Iron Maiden zu deren besten Zeiten und bietet somit alles was der geneigte Fan hören will. Bei 'Wheels of Steel' kommt es dann wie es kommen musste und die gewisse Prise Manowar wird beigemischt. Der Text könnte dabei natürlich auch kitschiger gar nicht sein. Aber das gehört ja auch irgendwie ´nen bisschen zu klassischem Heavy-Metal dazu.

Photo courtesy of ROAR

'The End' ist gar nicht das letzte Stück auf dem Album, aber wohl mit gut sechseinhalb Minuten das Längste und bietet damit genug Platz für ausufernde Gitarrensoli, die es bisher so ja auf "Hellhound" noch gar nicht gab und eigentlich auch auf keiner NWOBHM-Platte fehlen dürfen. Das man hier keine Überraschungen erwarten kann, sollte eigentlich jedem klar sein und daher sind auch die zwei letzten Tracks 'Attila' und 'Straight Through The Heart' typisches Material was stark an Maiden erinnert. Wer die Special-Edition kauft, kriegt dann noch drei Bonuslieder und zwar 'Creatures Of The Night' und die zwei Coversongs 'Long Live Rock 'n' Roll' und 'Deja Vu'. Da letzterer ja im Orginal von Iron Maiden ist, lässt sich hier sehr gut die Ähnlichkeit zwischen den Sängern verdeutlichen. So hört sich der Gesang im Cover nicht wirklich anders an als im Orginal und das will schon was heißen.

Iron Maidens letzte Alben waren ja immer so eine Sache. Die Lieder wurden immer länger und epischer angelegt und der Schneid der Band ging dabei für mich etwas verloren. Genau diese Lücke schließen nun MONUMENT. Alles erinnert hier an die Blütezeit des NWOBHM und die Lieder sind fast alle um die fünf Minuten lang und nicht unnötig in die Länge gezogen. Und dank der Stimme von Peter Ellis hört sich das Ganze halt genau wie das große Vorbild an. Nur die großen Ausnahmestücke und Melodien die sich unweigerlich im Gehörgang festsetzen sind hier leider noch Mangelware und textlich ist es alles doch recht simpel gehalten. Für Fans aber sicherlich eine lohnenswerte Investition.

Anspieltipps: 'William Kidd', 'Hellhound'

Album-VÖ: 25.05.2018