(Bridge 9 Records/ Soulfood)

Haben SLAPSHOT mit "Make America Hate Again" eigentlich ihr Dutzend an Studioalben voll? Habe bei der Veröffentlichungsflut und verschiedenen Varianten etwas den Überblick verloren. Im Grunde auch egal. Die aus Boston stammenden SLAPSHOT sind seit 33 Jahren in der Hardcore-Szene präsent - einziges aktives Gründungsmitglied ist Front-Berserker Jack "Choke" Kelly, der den Songs schliesslich auch den Stempel aufdrückt. Ansonsten dreht sich das Besetzungskarussell munter weiter, deswegen ist es müßig noch weitere Mitgliedsnamen hervorzuheben.

Angepisst waren die Männer von SLAPSHOT schon immer, aber aufgrund der aktuellen politischen Gemengelage im eigenen Land, wird schon im Albumtitel deutlich deklariert, dass die darauf enthaltenden Songs wahrscheinlich nicht unbedingt zum Kuscheln geeignet sind. Und genau diese Erwartung wird mit 'Edge Break Your Face', 'Hypocrite' und 'Remedy' gleich zu Beginn bestätigt - 3 Songs in unter fünf Minuten. Zwischen Hardcore-Punk und Oi! (der Stimme geschuldet) wird ein Klangbild kreiert, der Aggressivität transportiert, aber dennoch hohen Wiedererkennungswert hat. SLAPSHOT überraschen bisweilen, indem sie ihren stoischen Sound mit gut getimten Gang-Vocals oder kurzen Gitarrenmelodien unterstützen. 'Cry For Help' knallt in 1:13 gut durch und ist ein verdammter Hit - mehr muss auch nicht, Wiederholungen braucht kein Mensch, wenn schon alles gesagt wurde.

Die angesprochenen Gang-Shouts kommen während 'Trainwreck' zum Zuge und geben dem Track noch 'ne Ecke mehr Power mit auf den Weg. Trotzdem darf man keine musikalischen Stunts von SLAPSHOT erwarten - die ziehen ihren Stiefel halt durch, variieren ihren Standard gerade genug, um Unterschiede klar werden zu lassen. Wobei: 'It's All About You' überrascht im Mittelteil sogar mit fröhlichen Handclaps - so bei der Band auch noch nie gehört.

Der Titelsong ist wütend und lässt die metallischen Riffs gut wirken - erinnert mich etwas an Hardcore-Songs von Suicidal Tendencies. Sehr drängend im Vortrag das Ganze. 'White Flag' und 'One Last Chance' schliessen da gut an - straight, ohne großen Firlefanz wird "Make America Hate Again" damit auch beendet.

Slapshot_Photo_courtesy_of_Bridge_9_Records

Slapshot Photo courtesy of Bridge 9 Records

Das Fazit ist im Grunde eine einzige Plattitüde, denn SLAPSHOT liefern genau das, was man erwarten konnte. "Make America Hate Again" ist ein solides Hardcore-Punk-Brett und wird allen Fans gefallen. Das ist teilweise so schön Oldschool, dass sogar leichte Nostalgie aufkommt. 🙂

Album-VÖ: 01.06.2018