(Bridge 9 Records/ Soulfood)

Hardcore. Bridge 9 Records. Kansas City. 9 Tracks. 19 Minuten. SPINE. "Faith".

Das könnte reichen, um das zweite Album der vier Hassbolzen von SPINE zu besprechen. Hier wird nicht lange gefackelt und "Faith" zerstört in wenigen Minuten das letzte Fünkchen gute Laune oder positives Gedankengut. Wenn man das Album gehört hat, will man laut schreien, um seinen Frust loszuwerden. Man hat aber gar nicht bemerkt, dass man während des Hörens der Platte schon alles gegeben hat und nur noch ein kratziges Röcheln zustande bringt.

SPINE bringen Old-School-NYHC und Crust zusammen und zimmern sich wütend, brutal und unaufhaltsam durch Tracks wie 'Gone', 'Warm Now Cold' oder 'Drawing Lines'. Die Unterschiede zwischen den Tracks sind minimal, was einen ziemlich siginifikanten Sound kreiert. Melodien oder Parts, an denen man sich orientieren kann, um seine Windmühlen-Akrobatik im Pit zu steuern, sucht man vergeblich. Hier gibt's durchgängig auf's Maul.

Wahrscheinlich sind die Texte sogar ziemlich interessant, was Songtitel wie 'Activist', 'My World's Corrupt' und 'Time To Grow' vermuten lassen, nur wird man ohne Zuhilfenahme des Booklets keine Sonne sehen irgendwas zu verstehen.

Etwas aus der Reihe fällt der Abschluss- und Titeltrack, weil er eine unglaubliche Spielzeit von fast fünf Minuten vorweist und somit 1/4 der Gesamtlaufzeit beansprucht. Soundtechnisch ändert sich nicht viel, das Tempo wird etwas reduziert, der Brutalität tut das keinen Abbruch - eher im Gegenteil. Die Kickboxer auf den Konzerten wird's freuen.

Spine Photo by Adam DeGross

Spine Photo by Adam DeGross

SPINE machen keine Gefangene und liefern mit "Faith" ein kompromissloses Werk zwischen Youth Of Today und Infest ab. Die Zielgruppe wird sehr übersichtlich sein, aber diese bekommen ein abgefucktes Pfund vor den Latz geknallt.

Album-VÖ: 15.06.2018