(Golden Robot Records)

Während die Musikwelt sehnsüchtig auf neue Songs von Guns N' Roses wartet, veröffentlicht ihr Keyboarder, und neben Axl Rose beständigstes Mitglied, DIZZY REED kurzerhand seine erste Soloplatte. Diese verhält sich geradzu kongruent zum Sound seiner Hauptband und dürfte damit den Durst der Hardcore Fans etwas stillen.

„Rock 'n Roll Ain't Easy“ kann getrost der Stempel Classic Rock verliehen werden. Das „Classic“ ist nicht nur dem Umstand zu verdanken das REED über zehn Jahre an dem Album gearbeitet hat und zum Ende auch lange auf Labelsuche war. Classic klingt dies vor allem da man sämtliche Zutaten von REEDs Bandprojekten (The Dead Daisies; Johnny Crash, Slash's Snakepit) heraushören kann. Kein Wunder, versammelte der Keyboarder doch sämtliche Weggefährten der letzten Jahre um sich im Studio. Ergebnis sind zwölf bzw. dreizehn Tracks, die größtenteils überzeugen können.

Den Start markiert 'This Don't Look Like Vegas', welches mit einem AC/DC Riff losmarschiert, bevor die Keys von REED einsetzen. Stimmlich pendelt sich REED zwischen Bon Jovi und David Coverdale ein. Definitiv catchy. Auch 'Mother Theresa' kann überzeugen und könnte das anstehende 90s Revival nochmal ordentlich anschieben. Denn auch wenn hier die Elemente des Heavy und Hardrock Anfang der 90er hochgehalten werden, klingen die Songs doch durchweg frisch. Und das obwohl 'Cheers 2 R Oblivion' wie ein Lost Song vom Bon Jovi Megaseller „Keep The Faith“ klingt.

Die größte Schwäche auf „Rock 'n Roll Ain't Easy“ dürfte – man höre und staune – das Keyboard sein. Die Songs funktionieren alle, aber das würden sie auch ohne den Tasteneinsatz von REED. So braucht es eine Anlaufzeit von knapp einer Dreiviertelstunde, bis sich mit dem Titeltrack dann doch der erste Song findet, der einem das Gefühl vermittelt hier bekommen wir einen Mehrwert durch das Tasteninstrument geliefert. Und welcher Möchtegern Manager dafür gesorgt hat, dass der groovigste Track des Albums ('Splendid Isolation') lediglich zum Bonus Song degradiert wurde, weiß auch kein Mensch.

Unterm Strich steht ein nettes Album mit vielen Classic und Melodic Rock Einflüssen aus den 80er und 90er Jahren. Allerdings bleibt nicht wirklich etwas hängen. Und wer in diesem Genre Futter für seine Ohren braucht, der greift dieser Tage ohnehin lieber zur neuen Scheibe von Ghost.

Der Song für die Playlist: 'Cheers 2 R Oblivion'

Album-VÖ: 01.06.2018