Wenn die meisten Bands in einem Jahr auf mehreren Festivals spielen, so füllen sie gerne die Tage zwischen den Festivals mit ein paar Soloshows. Genau so eine fand von CROSSFAITH am 13.06.2018 im Dortmunder FZW statt. Da alleine spielen aber doof ist, hatte man die deutsche Melodic Hardcore Band ANCHORS & HEARTS als Vorband dabei.

Ich war aufgrund meines Interviews mit CROSSFAITH schon vor dem regulären Einlass im FZW und wunderte mich schon vorher wie sie dieses einigermaßen gefüllt kriegen wollten. Was ich nicht wusste, das FZW besteht ja gar nicht nur aus der großen Halle, die ich sonst immer besucht habe, sondern bietet auch einen kleinen schnuckeligen Nebenraum. Dieser fasst wohl gut 300 Menschen und war mit geschätzt 250 Besuchern dann auch ordentlich gefüllt. Diese kamen aber erst mit gut 15 Minuten Verspätung in den Club, da der Soundcheck von ANCHORS & HEARTS sich länger als gedacht hinzog.

Pünktlich gegen 20 Uhr ging es dann aber auch schon los. Und etwas das sich schon etwas beim Soundcheck andeutete, fiel sofort ins Ohr. Das Drumset von ANCHORS & HEARTS war anscheinend recht schlecht abgemischt und sorgte dafür, dass der Druck flöten ging. Es dauerte dann ganze zwei Songs, bevor es sich endlich hören lassen konnte. Mit grade mal 30 Minuten Stagetime hatten die Jungs auch keine Minute zu verschenken und rasten von Lied zu Lied. Die Menge rastete zwar nie aus, aber mit ihrem solide dargebrachten Melodic Hardcore waren sie immerhin ein netter Anheizer.

Gegen 21 Uhr kam dann Terufumi auf die Bühne und gab schonmal seine DJ Fähigkeiten zum Besten, während die letzten Instrumente den Soundcheck durchliefen. Kurz danach ging die Show dann auch schon los. Zu 'System X' kam die Band auf die Bühne und wurde natürlich lautstark begrüßt. Der fließende Übergang in 'Xeno' wurde dann aber schnell gestört, denn oh weh der Bass war komplett ohne Strom und nicht zu hören. Also kurz mit den Fans labern, Strom auf den Bass kriegen und dann ging es auch wirklich los. Dieses Opening funktioniert auch nach fast 3 Jahren in Benutzung immer noch sehr gut und mit 'Monolith' schickte man gleich einen geliebten Klassiker hinterher. Den Aussetzer mal ausgenommen für mich eigentlich der denkbar beste Start in eine CROSSFAITH Show. Mit 'Freedom' wurde dann ein neuerer Song gespielt, der auch auf dem kommenden Album enthalten sein wird. Man merkte das viele Fans wohl noch nicht ganz mit dem Stück vertraut sind oder es nicht so sehr schätzen. Wurde hier doch nicht mehr ganz so hart in den Pit gegangen wie zuvor. Macht aber nix, denn zum Partysong 'Jägerbomb' brannte das FZW wieder und 'Wildfire' ist ja sowieso ein absoluter Garant dafür die Crowd durchdrehen zu lassen. Eine schöne Überraschung folgte dann mit 'Mirror' welcher vom ersten Album stammt und damit den Klassikerstatus des Abends inne hatte. Um die Entwicklung der Band schön zu verdeutlichen wurde mit 'Wipeout' der neuste Song der Setlist zum Besten gegeben. Gut über 40 Minuten waren nun vergangen und schon verkündete Ken, dass man bei den letzten zwei Liedern angekommen wäre. Die Menge schaute etwas verdutzt, aber als daraufhin 'Omen' angekündigt wurde waren alle wieder bester Laune. Der The Prodigy Klassiker wurde recht früh von CROSSFAITH gecovert und sorgt eigentlich immer dafür das die Menge am Durchdrehen ist. So kamen auch alle gerne dem Wunsch nach, das gemeinsame Hinknien-und-Aufspringen Spiel mitzumachen. 'Countdown to Hell' war dann tatsächlich schon das letzte Stück, zumindest im regulären Teil der Show. Da aber alle das Ende kommen sahen, wurde bei der Wall of Death und im Circlepit nochmal alles gegeben.

Nach kurzer Pause kam dann erst mal nur Drummer Tatsuya zurück auf die Bühne und bot uns ein paar Minuten lang ein Drumsolo zum Besten. Das war jetzt nicht überragend spektakulär, konnte sie aber trotzdem gut sehen lassen. Dann kamen auch die restlichen Jungs zurück und gaben noch mal 'Leviathan' zum Besten. Warum es neuerdings allerdings immer diesen Song als Zugabe gibt muss ich nicht verstehen. In meinen Augen ist es nämlich mit das schwächste Stück was an diesem Abend gespielt wurde.

Dann ist nach gut 60 Minuten auch wirklich schon Schluss. Es war allerdings kurz aber heftig, so kann man wenn man alle T-Shirts der Fans nun auswringt sicherlich ein halbes Schwimmbad mit Schweiß füllen. Auf der echten Headlinertour im Oktober wird dann auch sicherlich ein deutlich längeres Set gespielt werden. Und bis dahin hat man nun einen wirklich guten Vorgeschmack erlebt, auf das was einen dann wieder erwarten wird. Das 'The Perfect Nightmare' noch nicht gespielt wurde, war dann aber doch eine kleine Enttäuschung. Nun denn, wir sehen uns im Oktober ja wieder.