(Run For Cover Records)

Die einzige Konstante in der Bandbesetzung von PETAL ist die Musikerin und Sängerin Kiley Lotz. Somit ist es nicht verwunderlich das sämtliche Pressefeotos, Coverartworks oder Musikvideos voll auf die Präsenz der Ausnahmemusikerin setzen. Auf "Magic Gone" erwartet den Hörer also mal wieder eine neue Bandformation, ansonsten aber der gewohnt hochwertige Alternative/Indie/Emorock in welchen sich die Fans des Bandprojektes ohnehin schon verliebt haben dürften. Wem PETAL bisher noch nichts gesagt hat, der sollte diese Wissenslücke jetzt spätestens mit "Magic Gone" schließen.

Das Album startet fullminant mit der druckvollen Vorabsingle 'Better Than You':

Ein Alternative-Rock-Brett, welches in der GESTROMT-Redaktion so eingeschlagen ist, dass es nicht nur in die Heavy Rotation der Gestromt-Playlist geschossen ist, sondern uns auch dazu bewogen hat die anstehende Herbst Tournee von PETAL zu präsentieren. Doch Vorsicht, außer dem Albumopener und dem Rausschmeißer 'Stardust', sind auf "Magic Gone" eher verhaltenere und ruhigere Tracks versammelt. Wie bereits das an zweiter Stelle auf dem Album platzierte 'Tightrope' deutlich macht. Besonders schön ist die Entwicklung, die dieser Song in seinem Verlauf nimmt. Nach ruhigerem Start, getragen von Kiley Lotz Falsett-Gesang, mündet der Track in immer lauter werdenden Gitarrenwänden. Selbst nachhören könnt ihr das hier:

""Tightrope" verkörpert die Dualität des Album," erklärt Lotz. "Tightrope Walker / Miracle Clinger sind die zwei Welten in denen ich lebte: auf der einen Seite erfahren zu sein, in einer wirklich gefährlichen Darbietung, die große Konsequenzen haben kann, falls Du versagst und der anderen Seite sich an die Idee klammern, dass es immer Hoffnung in all dem Schmerz gibt und dass es eine große Lösung außerhalb meiner Kontrolle gibt."

Ein weiteres Song-Highlight versteckt sich hinter dem Track 'I'm Sorry', welches zunächst unscheinbar in seinem Balladendasein vor sich her tuckert. Spätestens beim dritten Albumdurchlauf, zündet der Song aber so richtig und lässt das Herz der Indieliebhaber schneller schlagen. Der längste Song auf "Magic Gone" entwickelt sich in der zweiten Hälfte zu solch einer Ballade wie man sie bei Genregrößen  a la Death Cab oder Snow Patrol vergeblich auf deren letzten Alben gesucht hat. Ich weiß, das sind große Referenzen, aber songwritertechnisch braucht sich Kiley Lotz nicht hinter einem Gibbard oder Lightbody zu verstecken. Das macht vor allem der sehr ruhige und sanfte Mittelteil des Album deutlich, welcher trotz seiner Ruhe nicht weniger leidenschaftlich wirkt.

Und das sie es auch beschwingter kann, zeigt der bereits angesprochene Albumcloser 'Stardust':

Im Interview mit Noisey US hat Lotz den Song als „Auflösung des Albums" beschreiben. Sie sagt: „Der Song handelt davon mit einer alten Beziehung und den Dingen, die falsch liefen, abzuschließen. Du weißt zwar, dass Du nichts mehr ändern kannst, doch Du wirst diese gemeinsame Zeit immer lieben. Es tut weh darüber nachzudenken „was passiert wäre, wenn ..."., doch am Ende war es das alles wert, denn es war echte Liebe, an der beide Personen gewachsen sind. Diese Erfahrungen und die Schlüsse die ich daraus gezogen habe, haben mir dabei geholfen Frieden mit mir zu finden."

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Better Than You'

Album-VÖ: 15.06.2018