(Eternal Sound Records/ Soulfood)

Bei der Nennung des Namens Rick Barton klingelt es irgendwie, aber die gewünschte Zuordnung fällt einem nicht sofort ein. Bis es plötzlich "dingdingding" im Oberstübchen macht und die Verbindung zu Dropkick Murphy's herstellt. Hier war der aus Boston stammende Mr. Barton nämlich tätig - und zwar als Gründungsmitglied und auf den Alben "Do Or Die" und "The Gang's All Here". Ziemlich bald hat er sich aber verabschiedet, ein paar Platten produziert (z.B. von Street Dogs) und sich dem Anstreichen von Häusern gewidmet, um seine eigentliche Passion CONTINENTAL zu finanzieren. Weit entfernt vom Punkrock vergangener Tage, aber die Working Class-Attitüde stets im Herzen tragend, gibt es bei CONTINENTAL zurückgelehnten American-Rock 'n Roll, der dem Blues und Country nicht abgeneigt ist - typisch amerikanisch halt. Zum Glück schaffen es CONTINENTAL auch auf ihrem neuen Album "Home On The Range" der Klischee-Falle zu entgehen und zocken sich entspannt durch 13 Songs.

Aufgrund der stimmlichen Phrasierung von Rick Barton ist man bisweilen geneigt an The Rolling Stones zu denken ('A Little Sign', 'Smile'), da der Gedanke an Mick Jagger nicht gänzlich verschwinden mag. Andererseits merkt man auch den Punkrock-Hintergrund bei diversen Songs ('Page Fletcher', 'Baby Baby').

"Home On The Range" hat aber noch einiges mehr zu bieten. Zwischendurch denkt man Nick Cave zu entdecken, während der Heartland-Rock eines Bruce Springsteen mehrmals um die Ecke lugt. Dass auch Country-Anteile eingebaut werden oder der "Laid-Back-Bluesrocker" zelebriert wird, spricht für die Abwechslung, die das Quartett generieren kann.

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Continental Photo courtesy of Eternal Sound Records

Boston-Punkrock-Fans werden eher leidlich auf ihre Kosten kommen und wer hofft, den Sound von Dropkick Murphy's zu entdecken, wird ebenfalls enttäuscht werden. CONTINENTAL haben mit "Home On The Range" ein erwachsenes und ernsthaftes Album aufgenommen, welches als Soundtrack in so mancher Trucker-Kabine laufen könnte. Da sind sie wieder...die Klischees. Ganz ohne scheint es doch nicht zu gehen.

Album-VÖ: 29.06.2018