(Capitol/ Universal Music)

Was? Schon wieder ein Album der politschen Rock-Punks von RISE AGAINST? Nach dem letztjährigen "Wolves", welches wieder mehr musikalische Wut transportiert hat, gibt es auf "The Ghost Note Symphonies Vol. 1" eher die ruhigen Töne. Und der Zusatz "Vol. 1" impliziert im Grunde, dass zumindest noch ein zweiter Teil geplant zu sein scheint (Weihnachten evtl.?). Das vorliegende Album hat nämlich keine neuen Songs zu bieten, sondern "nur" alternative Arrangements von bekannten Hits. RISE AGAINST waren sich nie zu schade, auch Balladen auf ihren Platten anzubieten, die meist akustisch daherkamen. Ob auf "The Ghost Note Symphonies Vol. 1" auch die Akustik-Klampfe und der prägnante Gesang von Frontmann Tim McIlrath die Songs Richtung Ziel tragen?

Es kommen z.B. Piano ('Voices Off Camera'), Streicher ('Like The Angel', 'Far From Perfect') oder Mandoline ('Faint Resemblance') zum Einsatz. Aber selbstverständlich überwiegt die klassische Untermalung mit Akustik-Gitarre(n), wobei die Drums komplett wegfallen. Dass Mcllrath-Gesangsstil einen hohen Wiedererkennungswert hat, ist ja kein Geheimnis. Und das Quartett aus Chicago schafft es einige Male Gänsehaut zu erzeugen.

Der Sinn eines kompletten Albums mit bekannten Songs, die in reduzierter Form dargeboten werden, hat sich mir zwar noch nie wirklich erschlossen, aber RISE AGAINST spielen mit den Variationsmöglichkeiten und versuchen die Tracks spannend zu gestalten. Dafür gebührt ihnen Respekt.

"The Ghost Note Symphonies Vol. 1" ist nicht der heilige Gral unter den Akustik-Punk-Veröffentlichungen dieser Welt, aber zumindest leidlich unterhaltsam, wenn man in einer ruhigen Minute mit einem Glas Wein über die Lage der Welt sinnieren möchte. RISE AGAINST liefern das, was man bei der Ankündigung der Platte erwartet hat.

Album-VÖ: 27.07.2018