(End Hits Records/ Cargo Records)

EMPOWERMENT wollen provozieren. EMPOWERMENT wollen ein paar Schellen verteilen und EMPOWERMENT haben keinen Bock auf soziale Netzwerke. Sie wirken im Underground, spielen kleine Jugendzentren, positionieren sich überdeutlich linksaußen und geben einen Scheiss auf die Meinung anderer. Deswegen ist es im Prinzip auch egal, wenn ich "Bengalo" nicht konsequent abfeiere, sondern unabhängig von der transportieren Message (womit ich 100% mitgehe), die musikalische/gesangliche Leistung eher so "mittel" finde.

Tief verwurzelt im politischen Hardcore/Punk und immer in vorderster Front, wenn es gegen Rassismus, Sexismus und Konsumterror geht. Auf der anderen Seite werden Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt groß geschrieben, was fast schon ein HC-Klischee ist, aber authentisch den Charakter von EMPOWERMENT widerspiegelt.

"Bengalo" ist als Hardcore-Album sicherlich eine Erwähnung wert, da es sämtliche Stilmittel perfekt einsetzt und von tief grollenden Sounds ('Bengalo'), über punkig-angehauchte Stomper ('Verbundenheit') bis zum typischen Hardcore-Geballer ('Von Mensch Zu Mensch', 'Stu York' oder 'Unter Meiner Haut') alles auffährt, was möglich ist. Auch ein kleiner Sprechgesang-Track ist dabei ('Mensch Ist Mensch'), was die Abwechslungsdichte auf jedenfall erhöht.

Das große Problem ist der "Gesang", der echt beschissen austariert ist und den eigentlich gewollt brutal-aggressiven Style fast schon ins Lächerliche zieht. Hardcore mit deutschen Texten kann funktionieren - siehe Tausend Löwen Unter Feinden oder GWLT (die ich allerdings aufgrund ihrer Aufgesetzheit nicht mag) - nur schaffen es EMPOWERMENT in meinen Augen nicht, die wirklich guten und wichtigen Texte in einen ausgewogenen Kontext mit dem gesanglichen Vortrag zu bringen. Ich habe da sowas wie Fremdscham in mir gespürt.

Empowerment_Photo_courtesy_of_End_Hits_Records

Empowerment Photo courtesy of End Hits Records

"Bengalo" ist kein Feuerwerk ('schuldigung, Wortspiel war unumgänglich), da der Gesang fast alles einreisst, was instrumental aufgetürmt wurde. Der Hardcore wird in voller Konsequenz von den Jungs von EMPOWERMENT gelebt und live ist das sicherlich 'ne fette Wall-Of-Sound - das Album kann aber nur leidlich überzeugen (vermutlich stehe ich mit meiner Meinung auch alleine da).

Auf Tour:

02.10.2018 GER-Stuttgart, Goldmarks w/ AYS, Krank, Terrorfett
03.10.2018 GER-Berlin, Cassiopeia w/ AYS
04.10.2018 GER-Leipzig, Naumanns w/ AYS
05.10.2018 GER-Hamburg, Gängeviertel Druckerei w/ AYS
06.10.2018 GER-Untererthal, Stäbruch Festival
26.10.2018 GER-Backnang, Juz w/ Fahnenflucht
27.10.2018 GER-Hannover, UJZ Korn
10.11.2018 GER-Karlsruhe, P8
23.11.2018 GER-Freiburg, Kiez 57
27.12.2018 GER-Nürnberg, Z-Bau w/ Slope, Minus Youth
28.12.2018 GER-Düsseldorf, AK47 w/ Slope
30.12.2018 GER-Dresden, Chemiefabrik w/ Slope, Hawser

Album-VÖ: 07.09.2018