(Minimal Chords)

NOISS stammen aus Chambèry/ Frankreich und haben sich mit ihrer selbtbetitelten EP in den Kopf gesetzt, dem Grunge einen notwendigen Arschtritt zu verpassen. Vier Songs haben es auf "Noiss" geschafft.

'Bliss' beweist bereits zu Beginn überdeutlich, wo die Einflüsse zu suchen sind. Sicherlich hat das Trio die ein oder andere Mudhoney-Platte im Schrank stehen und wenn sie sich von Nirvana haben inspirieren lassen, dann wohl eher von "Bleach" als von "Nevermind". Das Laut-Leise-Spiel haben die Jungs jedenfalls perfekt drauf. Es kracht an den richtigen Stellen und ist mit einem wunderbar knackigen Sound ausgestattet, der dem Track eine Live-Atmo mitgibt, die das Zuhören zum Genuss werden lässt. 'Nouvel Orient' schliesst sich dem direkt an und hat geil verzerrte Gitarren im Angebot, die den Song noch eine Spur mehr Garage mitgeben. Der "Hit" folgt dann mit 'Wait Another Day' (siehe angehängtes Video) - wie perfekt ist hier denn bitteschön der Anfang-90er-Grunge in die Jetztzeit transportiert worden? Ähnlich perfekt schaffen das derzeit nur noch Violent Soho, Superheaven oder Swain. Auch der letzte Track 'Neuroine' ist ein grandioses Tribut an eine Zeit, als sich die Rock-Musik im Umbruch befand.

NOISS sollte man im Auge behalten. Das konsequente Durchziehen von lärmenden Gitarren, druckvollem Schlagzeugspiel und einem Gesang, der zwischen wütender Melancholie, angepisster Attitüde und Lust auf versteckte Melodien variiert, ist beeindruckend bis überraschend und verlangt geradezu nach einem vollständigen Album.

EP-VÖ: 21.09.2018