(Black Omega Recordings)

"Praise the Plague is a doom-metal band with a dark and devouring blackmetal attitude." sagt die schick aufgemachte, aber sehr kurz gehaltene Info zur Debüt-EP des Berliner Quintetts u.a..

Marcel, der hier Gitarre spielt, spielte vorher auch schon bei Earthship, wir kennen uns aber durch Konzert-Besuche und unsere gemeinsame Vorliebe für Cruiser/Chopper-Fahrräder, trotzdem werde ich hier kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es was auszusetzen gibt. Zudem ist Hildesheim ja auch etwas entfernt, vom "dicken B"! 😉 Spaß beiseite und Vorhang auf für "Antagonist", CD und Vinyl stehen seit heute bereit zum Kauf.

Ich kündigte bei Marcel schon an, dass ich PRAISE THE PLAGUE's Erstling mit Mantar vergleichen werde und erntete ein "das kann man doch gar nicht vergleichen". Doch... Klar kann man das. Liegt daran, dass ich die neue Mantar und "Antagonist" beim ersten Durchlauf hintereinander weggehört habe. Und dabei sind mir Gemeinsamkeiten aufgefallen. Nicht nur, dass PRAISE THE PLAGUE den Namen eines Mantar-Songs tragen, nein: Bei beiden Bands wird schön hasserfüllt gekeift und effektiv im Midtempo alles niedergewalzt. Aber: PRAISE THE PLAGUE haben meiner Meinung nach die Nase vorn, was die neue Tonkonserve angeht! 

Black Metal war eigentlich noch nie mein Ding, es sei denn, man möchte Acid Bath und Iron Monkey aufgrund des Gesangs in die Black Metal-Ecke schieben. Vermutlich störte mich aber auch nur die Raserei typischer Black Metal-Combos (Hohe Geschwindigkeit steht nie für Härte!) oder die alberne Katzen-Kriegsbemalung. Oder doch der Gesang? Fakt ist: Iron Monkey schlugen bei mir voll ein und öffneten die Tür. Ein Wahnsinniger am Mikro (RIP, Johnny!) , der sich über fettem Black Sabbath-Doom so richtig schön auskotzte. Unfassbar intensiv. Aus diesem Grund hatten es dann auch Metalcore-Bands wie Haste The Day (mit "Everything Falls") mit ihrem leicht Black Metal-lischen Gescreame einfacher. Und nachdem die neue Skeletonwitch bei mir sehr weit oben im Kurs steht, stehen PRAISE THE PLAGUE bei mir auf der dunklen Fußmatte. 

Photo: Stefanie Dismer

Blackened Doom also. So simpel, aber auch so effektiv. Gute Doom-Sänger sind rar gesät, zu Lava-Sounds noch ne uninspirierte und zugekiffte Schnarchnase singen lassen? No way, da muss Dampf drauf! So viel Dampf, wie auf dem CD-Artwork aus den Gräbern strömt! Und der kommt musikalisch dann auch nach dem stimmungsvollen Intro 'Inferno' (Steigert sich schön, der "Keifi" wird langsam von der Leine gelassen) mit 'Anatomy Of Posession' aus den Boxen gedrückt. Schön depri, hoffnungslos, anklagend. Und dabei wahnsinnig fett und aufbäumend, erhaben und nahezu episch! Jeder Song! Neben dem Black Metal-Gescreame streut die Band 'Anatomy Of Posession' auflockernde Growls ein, die - und das ist ein Kritikpunkt - danach leider nicht mehr zum Einsatz kommen. Jungs, bitte mehr davon. 

Beim Anfang von 'Minatory Aeons' riffen noch the mighty Crowbar vor dem geistigen Auge vorbei, bei 'Darkest Of Seas' kommen mir Tiamat mit "Wildhoney" in den Sinn, die auch an der ein oder anderen Stelle mehr Pate gestanden haben dürften. Neben älteren Paradise Lost, die auch das ein oder andere Mal aufflackern. Das Info führt noch Bands wie "Thou, Paradise Lost, Cult of Luna, Caspian, Altar of Plagues and Russian Circles" ins Feld. Dürfte für jeden etwas dabei sein, bei "Antagonist"!

Nach 28 Minuten ist das kurzweilige Vergnügen dann leider schon vorbei, aber dafür zündet man als Zuhörer schneller den Nachbrenner und lässt das Ding noch mal durchrollen, vermutlich auch durch den mit Blastbeats angereicherten Titelsong dazu animiert! 

Jungs... Gratulation zum Debüt! Beachtlich, was ihr hier abliefert. Und nun: Feiern! 🙂

CD/Vinyl-VÖ: 13.09.2018