(Mascot Label/ Rough Trade)

Nachdem mich vor zwei Jahren "Sittin' Heavy" abgeholt hat, obwohl ich gar nicht darauf gewartet habe und dementsprechend unvorbereitet überrascht wurde, wollen MONSTER TRUCK aus Ontario mit dem Album "True Rockers" beweisen, dass Kanada weiterhin das Land mit den frischesten Ideen und Bands ist. Der Titel ist nicht von ungefähr und zeugt entweder von totaler Überzeugung oder soll ironisch die erwarteten Klischees brechen. Das Genre in dem MONSTER TRUCK wildern, ist hart rockender Blues/Stoner-Rock mit einer gesunden Heavy-Kante.

Der Opener 'True Rocker' ist gradlining, drückt gut nach vorne und erinnert an Danko Jones zu seinen besten Zeiten. Highlight des Tracks sind die Gast-Vocals von niemand Geringerem als Dee Snider (Twisted Sister). Konsequenter kann man ein Album nicht eröffnen. Das Keyboard-Spiel in 'Thundertruck' gibt dem rasenden Brecher einen leichten 70's-Touch, stürmt aber sonst ebenfalls Richtung Ziellinie. Wirkt zwar etwas vorhersehbar, macht aber Spass. Das Beginner-Trio wird mit 'Evolution' abgerundet - mit dem aufgesetzt wirkenden Gesangsexperimenten (v.a. beim Refrain) wird Aufmerksamkeit generiert, hört sich aber eher so an, als wenn eine Proberaum-Session nach zuviel Alkoholgenuss eskaliert ist und niemand den Frontmann zur Räson bringen konnte.

'Devil Don't Care' frönt dem bluesigen Rock und macht vieles richtig, während 'Young City Hearts' fast alle aufgebaute Authentizität innerhalb drei Minuten zunichte macht - was ist denn hier passiert? Nichts gegen Pop-Appeal, aber dieser verkappte Sunrise Avenue/ Stanfour-Pop-Rock schlägt dem Fass den Boden aus. Ich fühle mich fast ein bisschen beleidigt, denn ich weiss was für druckvolle Rock-Songs MONSTER TRUCK schreiben können - aber alleine dieses Machwerk an Lied wird mit einem Punktabzug honoriert. Schlimm.

'Undone' im Anschluss ist ausufernder Blues-Rock, der leider etwas ziellos wirkt. Mit 'In My Own World' und 'Denim Danger' kriegt das Quartett nochmal die Kurve und besänftigt meine (noch immer) empörten Gefühle. Straight vorgetragene Rocker, die ohne viel Firlefanz ihre Message loswerden. Ein weiteres kleines Highlight ist dann noch 'Hurricane', der seinem Titel alle Ehre macht und gut mitreissen kann. Hier hätte "True Rockers" auch enden dürfen, denn der Abschluss-Track 'The Howlin'' ist ein verschwurbelter, teilweise langsamer und -atmiger Song, der gefühlt länger vor sich hindudelt, als es einem die angezeigten 5:10 weismachen wollen.

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Monster Truck Photo courtesy of Mascot Rough Trade

Leider werden MONSTER TRUCK ihren hochgesteckten Ansprüchen, die sie im Albumtitel "True Rockers" versprechen nur leidig gerecht. Manchmal zu altbacken und einmal voll in die Grütze - der Großteil der Tracks sind aber solide Rock-Songs, wobei es ein paar wirkliche Highlights zu vermelden gibt. Eigentlich sollte ich nur 3,5 Blitze verteilen, aber ich mag die Jungs.

Album-VÖ: 14.09.2018