(Grand Hotel Van Cleef)

Schon mehr als sein halbes Leben spielt Tobi Mösch in Bands, sicher mehr als die Hälfte davon im Proberaum. Mit Ashes of Pompeii spielte er seit 2004 mächtigen Post-Hardcore á la Thrice, die Band befindet sich derzeit im Winterschlaf. 2013 gründete er dann das Projekt YELLOWKNIFE, um seiner Liebe für US-Songwriter wie Ryan Adams und Emo-Indie wie Last Days of April oder Death Cab For Cutie freien Lauf zu lassen.

Diese Liebe findet nun ihren Ausdruck in "Retain", dem neuen Album von YELLOWKNIFE. Die harten Fakten hierzu: Zehn Tracks im Emo-Alternative Sound, selten länger als die magische 3:30min Schallgrenze (die Ausnahme bildet das treibende 'Second Hand'). Das klingt alles sehr nach dem Emo-Baukasten-Satz für Nebenprojekte und braucht auch einige Durchläufe um beim Hörer zu zünden. Stellvertretend für das was euch auf "Retain" erwartet, verweisen wir mal ganz dezent auf die Vorabsingle 'In Basements':

Tobi Mösch über die neue Single: "'In Basements' glorifiziert die engen, rumpeligen und teils schimmeligen Kellerräume, in denen ich seit Jahren mit meinen Bands stehe. Es ist schon seltsam, wie gerne ich und wir uns an diesen nicht wirklich gemütlichen Orten aufhalten – aber es ist wohl das Gefühl, die Tür hinter dem Alltag und allem anderen schließen und einfach sein eigenes Ding machen zu können. Es gibt so einen magischen Moment beim gemeinsamen Musik machen, wenn aus einer Idee in deinem Kopf auf einmal etwas entsteht, was vorher noch nicht da war. Wie eine Skulptur aus Schallwellen und Luft."

Wie bereits erwähnt, braucht das Album einige Durchläufe. Genauer Hinhören wird jedoch auch hier belohnt. So versteckt sich mit 'Shaky Knees' ein kleiner, leicht popdurchtränkter Hit. 'Pelicans' und 'Travels' beweisen, dass die Stärke von YELLOWKNIFE in den eher ruhigen Momenten liegen, was bei einem Nebenprojekt von einem Post-Hardcore Member aber auch nicht ungewöhnlich ist.

'Whispers in The Dark' könnte man sich mit einer Arsch-Tritt Instrumentierung auch in einem Post-Hardcore Gewand vorstellen, 'Over The Treetops' imitiert den guten John K.Samson und der Rausschmeißer 'A Saturday' erinnert an den melancholischen Vibe wie ihn zum Beispiel Turnover transportieren.

Das geschmackssichere Grand Hotel Van Cleef ist also um einen neuen Bewohner mit Stil reicher. Wer sich eines des Releaskonzerte zum Album geben möchte, der sollte am 24.10. in Hamburg oder am 25.10. in Berlin vorbeischauen.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Shaky Knees'

Album-VÖ: 21.09.2018