(BMG Rights Management/ Warner)

Kennt ihr das - ihr hört einen Bandnamen, der euch bekannt vorkommt, aber könnt diesen nicht wirklich zuordnen. Irgendwann werdet ihr von einem Song überrascht, der euch komplett umbläst - und ihr wollt mehr über diese Band erfahren. So geschehen bei mir...die Band heisst BLACK PEAKS und veröffentlicht dieser Tage ihr zweites Album "All That Divides". Leider ist das Debüt "Statues" ohne Beachtung meinerseits vorbeigerauscht. Dafür müsste ich mich eigentlich immer noch selbst ohrfeigen. Denn bereits vor zwei Jahren war klar, dass BLACK PEAKS eine große Zukunft vor sich haben.

Ich habe in den letzten Jahren selten soviel Vielfalt im Musikbusiness gehört. Die Engländer schaffen es verschiedene Stile des harten (Alternative-)Rocks so miteinander verschmelzen zu lassen, dass das Ergebnis eine Achterbahnfahrt voller Emotionen ist. Hier ein stampfender Beat, dort unfassbares Hardcore-Gebrüll ohne aber die leisen Töne zu ignorieren. Dieses unglaubliche Gespür für laut-leise-Dynamiken, die Strukturen aufbrechen, um sie genialerweise noch cleverer zusammenzubauen.

Der Sänger ist ein Ausnahmetalent, dem ist gelingt allein durch seine enorme Range einen Song komplett allein zu tragen. Wer einerseits melancholisch-ruhig wie City and Colour wispert, und dann im nächsten Augenblick alle NYHC-Shouter vor Neid erblassen zu lassen, hat meinen tiefempfundenen Respekt. Aber nicht allein Will Gardner (so der Name des patenten jungen Schnurrbart-Trägers) macht den Reiz aus, sondern das absolut tighte Zusammenspiel der Band, die komplexe Arrangements mit einer Leichtigkeit auflösen, dass einem Angst und Bange werden könnte, wenn man sich vor Begeisterung nicht gerade im fünfzehnten Purzelbaum befinden würde.

"All That Divides" hat alle Voraussetzungen, um ein moderner Klassiker der Rockmusik zu werden. Hier passt jede Sekunde und nichts ist dem Zufall überlassen - und das Schöne daran ist: Auch live funktioniert das. Das Quartett spielt enorm abgezockt und auf den Punkt. Die unglaubliche Präzision wird mit einer Frische dargeboten, dass es niemals angestrengt wirkt und es dem geneigten Fan ordentlich entgegen stürmt. Nachdem ich "All That Divides" mehrmals konzentriert hören durfte, kann ich bestätigen, dass hier mindestens einer der Platten des Jahres das Licht der Welt erblickt hat.

Ich würde es mir niemals erlauben Referenzen in Bezug auf BLACK PEAKS zu nennen, aber da ich vor kurzem einen Artikel über Plattenbesprechungen gelesen habe, in dem es zusammengefasst heisst, dass Leser Vergleichsbands brauchen, um die (vielleicht unbekannte) Band XY einordnen zu können, lasse ich mal ein paar Namen fallen, mit dem Hinweis, dass BLACK PEAKS zu eigenständig sind, um einen Vergleich nötig zu haben...also: Für Fans von Baroness, Arcane Roots, letlive., Pulled Apart By Horses, John Coffey, Thrice oder He Is Legend ist "All That Divides" ein mehr als sicheres Ding.

Black_Peaks_Photo_courtesy_of_BMG_Warner

Black Peaks Photo courtesy of BMG Warner

Hier Anspieltipps zu geben, würde einem Frevel gleichkommen, da BLACK PEAKS nicht nur perfekte Songs en masse geschrieben haben, sondern "All That Divides" dermaßen gut konzipiert ist, dass es unmöglich ist, die besonderen Songs herauszufiltern. Diese Platte ist ein Erlebnis und sollte in keiner Sammlung fehlen. BLACK PEAKS werden eines Tages verdammt groß werden!!

Album-VÖ: 05.10.2018