(Nuclear Blast Records)
Da ist es nun, das neueste Werk von Polens Blackmetal-Elite BEHEMOTH. Die Band hat sich in den letzten Jahren immer größere Fankreise erspielt, und das sicherlich nicht nur durch ihr weiterhin provokatives, antichristliches Image, sondern in erster Linie durch wirklich gute Alben. Hierbei entscheidend dürfte sein, dass ein BEHEMOTH-Album nicht so klingt wie ein typisches Blackmetal-Album (also wie ein Milchaufschäumer, der im laufenden Betrieb in eine Mülltonne geschmissen wird, das ganze aufgenommen mit einem Kassettenrekorder, das Band abgewickelt und 30 Minuten gekocht, gefriergetrocknet, neu aufgewickelt und dann abgespielt), sondern nach einer ziemlich fetten, atmosphärischen Metalplatte. Frontmann Nergal faucht auch nicht wie ein Schulmädchen mit PMS wie so manch anderer Blackmetal-Sänger, sondern hat Kraft und Ausdruck in der Stimme, ohne dabei weniger bösartig zu klingen.


Was das neue Album "I Love You At Your Darkest" im Einzelnen ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen. Wir haben es mit epischem, hymnischen Blackmetal mit Schwerpunkt im Bereich Blastbeats zu tun, der aber genauso gut schleppend daher kommen kann. Immer wieder gerne eingesetzt werden chorale Elemente, man kokettiert quasi mit der Kirche. Aber das ist nicht unebdingt neu. Insgesamt tun sich die Polen schwer, an das grandiose Vorgängeralbum anzuknüpfen. Mit Abstrichen mag das zwar gelingen, aber die frischen, neuen Elemente fehlen mir ein wenig.
Ungeachtet dessen ist die Scheibe von vorne bis hinten schlichtweg als gelungen zu bezeichnen. Sowohl Freunde von modernem Blackmetal als auch Fans von Deathmetal werden hier glücklich. Satt produziert und abwechslungsreich komponiert schleicht sich das Album ganz klammheimlich an die Spitze der Blackmetal-Alben 2018.