(Yokozuna Music/Rough Trade/GoodToGo)

GO MARCH werden in der Musikpresse oftmals als "Mogwai meets Kraftwerk" beschrieben. Nach dem Hören von "II" würde ich das unterschreiben, nur stellt sich die Frage, wer möchte das hören?

Die Zutaten für den Sound von GO MARCH bestehen aus Gitarren, Schlagzeug und Keyboards, verbunden mit allerhand elektronischen Krachmachern. Das Tempo welches die Band phasenweise auf "II" anschlägt ist durchaus bewundernswert und Angst vor musikalischen Expirmenten hat man hier auch nicht. Dennoch tue ich mich persönlich sehr schwer mit dem Album und fühle mich an die Tage erinnert, in denen mein kleiner Sohn mit Trommel und Spielzeuggitarre frühmorgens das elterliche Schlafzimmer enterte. Ob der Sound von GO MARCH einem wirklich zusagt, kann man am besten testen, wenn man einmal der Singleauskopplung 'Chop Chop' sein Gehör leiht:

Wer sich damit schwer tut, der sollte seine Finger von "II" lassen. Denn 'Chop Chop' ist nicht nur der Türöffner für den instrumentalen Kosmos indem sich GO MARCH bewegen, sondern auch das Highlight der Platte. Die Band aus Antwerpen streckt ihren Elektro-Rock-Clash auf diesem Album über acht Tracks, welche sich strickt weigern einen roten Faden aufzugreifen. Das größte Manko ist jedoch, dass die musikalischen Experimente auf "II" sind längst nicht so raffiniert ausgefallen sind, wie es der eigenwillige Sound vermuten lässt. Trotz vieler Experimente wirkt das alles schon recht öde und langweilig. Neben den bereits genannten Referenzen, kann man sicherlich auch eine Verwandtschaft zum Sound von Battles oder Orbital erkennen. GO MARCH etablieren sich mit "II" zumindest als perfekte Soundtrackband. Bleibt für die Jungs zu hoffen, dass da demnächst der passende Auftrag reinflattert.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Chop Chop'

Album-VÖ: 28.09.2018