(Roadrunner/Warner)

Bei COHEED AND CAMBRIA kann man wirklich bedenkenlos zugreifen und man bekommt was man erwartet. Das macht dieses Rezension eigentlich obsolet, ich habe mich aber dennoch daran versucht. Vorhang auf zum ersten Akt von 'Vaxis':

Nachdem das letzte Album thematisch losgelöst von der SciFi-Saga war, gibt es hier wieder eine fünfteilige Albumserie, welche wieder im Universum der Armory Wars spielt.

Mit "Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures" liefern COHEED AND CAMBRIA das längste Album ihrer Bandgeschichte ab. Dennoch schaffen sie es ihre Songs in ein recht kompaktes Korsett zu zwängen, so dass lediglich ein Song die sieben Minuten Schallmauer durchbricht. Und zwar 'The Dark Sentencer', welcher direkt mit Hey, Hey-Chören loslegt und zur Einführung auf den gleichnamigen Planeten dient. Trotz seiner Überlänge eine verdammt eingängig tönende Nummer, was aber vom nächsten Track noch getoppt werden kann, dem Titeltrack und der ersten Singleauskopplung von "Unheavenly Creatures". Dazu gibt es ein mächtiges Video, welches unter der Regie von P.R. Brown entstanden ist. Das Video nimmt uns mit in die ersten Kapitel der Geschichte von "The Unheavenly Creatures", wo wir zwei Straftäter in Gefangenschaft – Creature und Colossus – dabei begleiten, wie sie über ein Schiff zur Urteilvollssprechung über ihre Verbrechen geführt werden. Welche Freundschaft sie auch immer einst verbunden haben mag, sie hat all das nicht überdauert, was uns nun in Form wilder Flashbacks all jener Verbrechen vor Augen geführt wird, die sie an der Gesellschaft – und womöglich auch aneinander – begangen haben. Hier kann man sich das Video anschauen:

Im weiteren Verlauf der Space-Saga gibt es ganz unterschiedliche Momente zu bestaunen. Da gibt es den äußerst eingängigen Classic-Rock mit softem Metaleinschlag a la Def Leppard und Co. ('Toys', 'Love Protocol'), Progrock und Emocore ('The Pavilion (A Long Way Back') oder auch Nummern wie man sie sich eigentlich von Boysetsfire wünscht ('The Gutter'), welche sie aber schon länger nicht mehr liefern.

Fast zum Ende des Albums trumpft die Band mit der zweiten Singleauskopplung, 'Old Flames', auf. Natürlich gibt es auch hierzu ein absolut sehenswertes Video. Gedreht unter der Regie von Charles "Chas" Todd, erzählt der Clip die Geschichte um Creature und Colossus fort, jene ehemaligen und jetzigen Straftäter, mit denen wir bereits in 'Unheavenly Creatures' und 'The Gutter' Bekanntschaft machten. Das Video kann man sich hier anschauen:

"Es erinnert mich an die Zeit, als wir noch jünger waren und an das Schreiben der Songs für einige dieser frühen Alben, bei denen ich keine Erwartungen hatte, wie das schlussendliche Ergebnis einmal aussehen würde", kommentiert Frontmann und Mastermind Claudio Sanchez zum Entstehungsprozess des neuen Albums. "Ich habe einfach Musik geschrieben, weil es eine Form des Ausdrucks war und ein Ventil. Nach all den Jahren habe ich das Gefühl, als würde ich zum Ausgangspunkt dieser Geisteshaltung zurückkehren. Und das fühlt sich gut an.“

Auch wenn das Album mit seiner Spielzeit die maximale Kapazität einer CD auslotet, wirkt "Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures" deutlich kompakter, knackiger und nicht so ausufernd wie frühere Werke der Band. Keine schlechte Entwicklung, gerne weiter so. Wir freuen uns bereits jetzt auf den zweiten Akt.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'The Gutter'

Album-VÖ: 05.10.2018