(Big Scary Monsters/Alive)

Jetzt wird es ernst: Eine Mischung aus Erfolgsdruck und eigenem Anspruch, das ist die Krux beim verflixten zweiten Album. An dieser Stelle steht nun das Indie-Grunge-Trio DOE mit ihrem zweiten Baby "Grow Into It".

""Grow into It" ist ein Album über den Alterungsprozess und das Erwachsenwerden," erklärt Sängerin und Gitarristin Nicola Leel. "Ich wollte ein Album über das Älterwerden schreiben, das ein Widerspruch zu den übertriebenen, klischeehaften Männer-Bands ist, die über die Ablehnung des Erwachsenseins singen, für immer jung bleiben und sich ständig mit ihren Kumpels abschießen wollen. Es geht es darum, Erleuchtung und Freiheit im Alter und Selbstständigkeit im Tod zu finden."

Herausgekommen sind dabei zehn Tracks, welche sich nun alle zusammen auf "Grow Into It" tummeln und mit dem leicht angetorkelten Einstieg 'My Friends' beginnen. Es folgt 'Labour Like I Do', welches als zweite Singelauskopplung des Albums ausgewählt wurde.

"'Labour like I Do' ist einer dieser Songs, der einfach aus mir heraussprudelte," erzählt Nicola Leel. „Aus diesem Grund ist er textlich auch einer der ehrlichsten und aufrechtesten Songs auf dem Album, obwohl es manchmal auch ganz cool ist, wenn man ab und an auch einfach ein paar Wörter über die Musik plappern kann und dir dann bewusst wird, dass dein Songwriting auch irgendwie eine Art Selbsttherapie ist."

'Labour Like I Do' ist nicht nur unabsichtlich therapeutisch, sondern zudem auch noch höchst ansteckend, lustig und catchy. Auf dem Song experimentieren DOE ein wenig außerhalb ihrer musikalischen Formel, in dem sie geschickt Synthesizer und Slide-Gitarren in den Song einfließen lassen um ihre Indie-Rock-Hooks, die gespickt mit cleveren, mehrstimmigen Gesangsmelodien sind, hervorzuheben. Die eingängigen Hooks wechseln sich von der Dynamik ab, bevor sie plötzlich explodieren und in einem hymnischen Höhepunkt enden, der eine fokussierte Band, mit einem Ohr für kraftvolles, authentisches Songwriting präsentiert:

Das folgende Song-Trio ('One At A Time', 'Team Spirit' und 'But It All Looks Like The Same') klingt dann bei weitem nicht so spannend und aufgeräumt wie die ersten beiden Nummern. Erst die andere Single des Albums sorgt dank einigermaßem catchy Refrain wieder für Aufregung. 'Heated' einer der ersten Songs, den DOE für das neue Album geschrieben haben, dessen Dynamik spannungsvoll hin und her strömt, während Nicola und Dean (Smithers - Gitarre) abwechselnd Riffs spielen, die in einem Pavement-esques Crescendo enden (einer ihrer absoluten Lieblingsparts auf dem neuen Album).

'Motivates Me' sticht ebenfalls positiv heraus, bevor es mit 'Even Fiction' und 'Cathy' wieder etwas öde wird. Das abschließende 'Here In The Dirt' setzt für meinen Geschmack dann auch zu sehr auf den Verzehreffekt der elektrischen Klampfe, anstatt mal richtig auf den Punkt zu kommen.

Fazit: Für all jene, die Abwechslung brauchen, schnell ermüdend – für die vielen, die sich nach simplem Indiegeschrammel sehnen, hingegen das nächste große Ding.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Heated'

Album-VÖ: 28.09.2018