(The Orchard/Soulfood)

ODEVILLE existieren bereits seit zwölf Jahren und kommen nun mit dem sechsten Stuidoalbum um die Ecke. Dabei unterlag der Sound und die Musik von ODEVILLE einem ständigen Wandlungsprozess, brachiale Gitarren mutierten zum eingänglichen Pop, extrovertierte englische Lyrics wurden durch lebensbejahende deutschsprachige Texte ersetzt. Und damit fühlt man sich seit dem 2013 veröffentlichtem Album "Heimat" auch hörbar wohl, so dass man auch 2018 mit "Rom" ein weiteres deutschsprachiges Album auf den Markt bringt.

Den Kern von ODEVILLE bilden seit Anfang an Gitarrist David, Drummer Sascha und Sänger Hauke. Der Posten des Bassisten wurde einige Male neu besetzt und wird nun bekleidet von Tim, während Tastenmann Martin erst in den letzten Jahren vom Gast-Keyboarder zum festen Mitglied aufstieg. „Wir sind auf eine stoische Weise unerbittlich mit ODEVILLE und haben echt viele Bands überlebt“, lacht David. „Aber bewusst habe ich mir über diese lange Zeitspanne nie Gedanken gemacht, die Zeit ging eben einfach so vorbei, und man hat weiter gemacht. Dabei war das Drumherum ein ebenso guter Ansporn zum Weitermachen wie die internen Entwicklungen und Veränderungen. Ich bin ja auch Musiklehrer, mein Vater hat Mucke gemacht, und insofern ist es für mich eine Art Selbstverständlichkeit, mit ODEVILLE immer weiter zu machen. Es ist ein Stück weit einfach Leben, das zu tun und weiter zu verfolgen.“

Für den ganz großen Durchbruch, den einen Hit der einem die Butter auf dem Brot sichert, hat es bisher nicht gereicht. Aber damit zeigt sich die Band gar nicht unzufrieden: „...letztlich bin ich eigentlich ganz froh, dass bis heute die eine große Hitsingle noch nicht dabei war. Wir haben eben auch Vorbilder, die nicht aus dem Mainstream stammen, die ihr ganz eigenes Ding durchziehen. Das war schon damals so, als wir anfingen, da waren Bands wie Brand New, Blood Brothers, Tool und Dredg unsere Orientierungspunkte. Und auch mit den folgenden Alben haben wir uns immer eher am Indie und Underground orientiert als am Pop, an Bands wie Beatsteaks, Future Islands oder auch Portishead, bis hin zum Storytelling von Marteria. Wenn man bei uns genau hinhört, kann man in bald jedem Song andere Inspirationsquellen finden. Und da wollen wir natürlich gern anknüpfen und lieber über die lange Distanz mit Kontinuität und guter Musik überzeugen, als dass wir plötzlich zur Hit-Band werden, die ständig an ihrem Single-Erfolg gemessen wird. “

So kann man beim Hören von "Rom" wieder munter beim Referenzband und Inspirationsratespiel mitmachen. 'Königreich' atmet die Luft aus dem Donots-Proberaum, 'Funkenwalzer' klingt nach Silbermond, 'Rom' könnte zumindest musikalisch auch auf einem ...Trail of Dead Album zu finden sein und bei '8mm' hört man eigentlich schon den nächsten Revolverheld Hit. Das anschließende 'Bitte Ja Bitte Gleich' lässt das Referenzkarussel dann wieder von vorne starten. Und das das alles so klingt wie es klingt ist beileibe kein Zufall. Wie bereits das Vorgänger-Album „Phoenix“, hat man bei „Rom“ auf Produzent Arne Neurand (Donots, ...Trail of Dead, Revolverheld) vertraut. Dabei gelingt es ihm die Band etwas weiter weg aus der Revolverheld-Ecke zu holen und den ODEVILLE Sound 2018 deutlich frischer und eine Spur härter klingen zu lassen.

Mit „Rom“ beweisen ODEVEILLE nun wieder, dass das einzig beständige an dieser Band ihr stetiger Wandel ist, und gerade dafür kann und muss man diese Band so schätzen. Wenn es gut läuft, kann die Band genau in jene Lücke stoßen, welche Jupiter Jones nun hinterlassen haben. Aber ob sie das wirklich wollen, bleibt fraglich. Denn der große Hit ist wohl auch auf "Rom" nicht enthalten und auf diesen ist die Band ja auch nicht aus.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Bitte Ja Bitte Gleich'

Album-VÖ: 19.10.2018