(CIONG ZO IDEA CORPORATION/Soulfood)

In ihrer Heimat Taiwan sind CHTHONIC nicht nur absolute Superstars der Metalszene, nein sie sind insgesamt so ziemlich die angesagteste Band des Landes. Aus genau diesem Grund sind sie inzwischen auch schon auf den größten Festivals der Welt öfter mal zu Gast. Nach fünf Jahren des Wartens erscheint mit "Battlefields of Asura" nun endlich das neue Album. Oftmals wird die Band mit Cradle of Filth verglichen, teilweise mag das hinkommen, aber dabei ist die Band deutlich mehr. So verbinden sie ihren Extreme Metal mit vielen Elementen und Instrumenten der folkloristischen taiwanesischen Musik. Und genau diese Mischung macht CHTHONIC so spannend. Wie bei den vorherigen Werken erscheint hier das Album in einer englischprachigen Version, wobei hingegen im Heimatland alle Lieder auf chinesisch eingesungen sind.

Sehr opulent und orchestral geht es mit dem instrumentalen Opener 'Drawing Omnipotence Nigh' los, bevor es bei 'The Silent One's Torch' richtig zur Sache geht. Black Metal Sound trifft hier auf Folk und Death Metal und gibt somit eine sehr feine Mischung ab. 'Flames Upon The Weeping Winds' bringt einen gewissen elektronischen Charme mit sich, der aber wohl hauptsächlich von klassischen Instrumenten erzeugt wird. Sonst geht es auch hier volle Kanne vorwärts, ohne die melodische Seite zu vernachlässigen. Der orchestrale Touch bleibt auch bei 'A Crimson Sky's Command' erhalten, wobei man sagen muss, dass hier wohl eher kein echtes Orchester die Töne eingespielt hat, sondern diese am PC im Studio erzeugt worden sind. Das tut dem Spaß aber nicht wirklich einen Abbruch, da es sich auch so noch verdammt gut anhört. Irgendwie weiß ich gar nicht mehr groß was ich noch zu 'Souls of the Revolution' schreiben soll. Auch dieses Stück ist große Klasse und das Gitarrensoli kann sich durchaus hören lassen. Der wie ein Mönchschor wirkende Backgroundgesang fügt sich dabei perfekt in das Gesamtbild ein. Noch agressiver als der Rest kommt 'Taste the Black Tears' daher, welches wirklich unweigerlich nach vorne prescht und im letzten Drittel durch den Gesang fast epische Ausmaße erreicht.

Photo courtesy of Cion Zo Idea Corporation

Mit 'One Thousand Eyes' wird dieser Kurs konsequent weitergeführt und danach wird es in Form von 'Masked Faith' wieder instrumental. Fast schon wie Pagan Metal kommt 'Carved in Bloodstone' daher, so erinnert der Chorgesang hier stark an Ensiferum und damit eine Band, mit der die Band schonmal zusammen auf Tour war. Die Abwechslung die dadurch entsteht, gefällt mir sehr gut und mit knapp unter drei Minuten, könnte das Lied nicht kurzweiliger sein. Bei 'Millenias Faith Undone' wird es dann auch nochmal so richtig wild. Hier gibt es mit Denise Ho eine aus Hong Kong stammende Gastsängerin und die kommt nicht etwa aus dem Metal Bereich, sondern singt eigentlich Pop Songs! Das Ergebnis kann man dabei, einfach nur als geil bezeichnen. 'Autopoiesis' ist dann nur noch ein Outro, welches ein bisschen an Musik aus einem okkulten Horrorfilm erinnert.

Die Mischung macht es! CHTHONIC liefern mit "Battlefields of Asura" wieder ein Album ab, welches es in sich hat. Sowas hört man nicht alle Tage und zeigt uns wieder viel spiel- und experimentierfreudig die Asiaten oft daher kommen. Über die komplette Laufzeit von gut 40 Minuten, hätte ich mir nur etwas mehr Abwechslung gewünscht. Viele Songs sind sich im Aufbau und dem Tempo dann doch schon etwas sehr ähnlich. Mit 'Carved in Bloodstone' gibt es dann diese überraschende Ausnahme, welche einen dann umso mehr umhaut. Wirklich ein tolles Album, welches der Wartezeit mehr als nur gerecht wird. Als Vinyl erhaltet ihr übrigens nur die chinesische Variante, welche ich persönlich sogar bevorzuge. Ich stehe einfach auf den Gesang in der Heimatsprache.

Anspieltipps: 'Souls of the Revolution', 'Carved in Bloodstone', 'Millenias Faith Undone'

Album-VÖ: 12.10.2018