(Arising Empire / Nuclear Blast / Warner)

ENGST sind vier Berliner, die bereits mit ihrem Debütalbum "Flächenbrand" einen fetten Majordeal an Land gezogen haben. Nun könnte man vermuten, dass das Label das große Geld wittert, weil deutschsprachiger Rock mit Punk-Kante aktuell läuft wie geschnitten Brot. Oder aber die songwriterischen Qualitäten konnten so sehr überzeugen, dass man ENGST sofort einen Blanko-Vertrag hingeworfen hat. Wie auch immer...hier geht's zur Kritik:

Ich hatte im Vorfeld schon ein paarmal die Gelegenheit verschiedene Auskopplungen aus "Flächenbrand" hören zu dürfen, die mich im ersten Moment ganz gut unterhalten haben. Deswegen war meine Vorfreude auf das vorliegende Album auch recht groß. Leider hat sich die erste Begeisterung nach mehrmaligen Anhören ebendieser Platte gelegt, denn, um mal das Fazit voran zu stellen, mit okayer Rockmusik, die fast immer immer im Midtempo angesiedelt ist, ist heutzutage kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Da muss schon etwas mehr kommen als allseits bekannte Melodien, die schon vor Jahren durchgenudelt klangen. Textlich ist das aller Ehren wert, es werden allerdings nicht unbedingt clevere Wortspielereien benutzt, so dass man dies als solide bezeichnen darf. Großer Pluspunkt bei ENGST ist der Gesang, der klar und deutlich zu Tage tritt und um Nuancen bemüht ist.

Ab und an wird ein Song mit einer Bläsertruppe aufgewertet und einen "prominenten" Gastbeitrag (Massendefekt-Sänger) gibt es ebenfalls zu bestaunen. Im Grunde machen ENGST nichts falsch, aber leider auch nichts Besonderes. Deswegen spare ich es mir, einzelne Songs besonders hervorzuheben. Wer Massendefekt, ältere Jupiter Jones, Rogers und Co.KG mag, wird bestimmt an ENGST ebenfalls Gefallen finden. Ich persönlich werde das Gefühl nicht los, das ENGST irgendwie zusammengecastet wirken und sich ihr Standing erst verdienen müssten.

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Engst Photo by Claus Puetz

"Flächenbrand" ist nur ein deutschsprachiges Rockalbum unter vielen, da es ENGST nicht überzeugend schaffen, ihren Charakter in energische, spannende Songs zu packen.

Album-VÖ: 26.10.2018