(Fuzzorama / Soulfood)

WE HUNT BUFFALO stammen aus Kanada (Vancouver) und liefern mit "Head Smashed In" ihr viertes Statement zum Thema Stoner-Metal und Fuzz-Rock ab. Ohne zuviel im ersten Absatz zu verraten, aber was das Trio (!) für einen dichten Sound auffährt, ist ziemlich beeindruckend.

Mit 'Heavy Low' beginnt "Head Smashed In" bereits intensiv und irgendwie bedrückend. Hat ein wenig was von Alice In Chains. Die Beschreibung, die auf eine Vielzahl der gebotenen Tracks zutrifft: Die Rhythmusfraktion zwirbelt dir energiegeladene und mächtige Drums um die Ohren, die perfekt vom Bass eingefangen werden. Währenddessen packt die Gitarre ein feines Riff nach dem anderen aus, um sich mitunter in klug platzierten Solis in den Vordergrund zu drängen. Gesanglich ist dies genau das, was man von Vollbart-Trägern im Stoner-Rock erwartet - zurückhaltend und dem Song untergeordnet, aber soviel Power, dass sich die Nackenhaare senkrecht stellen, wenn Ryan Forsythe seine einzigartige Stimmer erhebt.

Wer schon mit Red Fang oder Truckfighters unterwegs war, weiß ja auch wo der Frosch die Locken hat. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass WE HUNT BUFFALO eine fantastische Dynamik aufbauen, die die jeweilige Komposition in den Mittelpunkt stellt, allerdings nie das große Ganze aus den Augen verliert. Der Spannungsaufbau ist gut umgesetzt und macht "Head Smashed In" zu einem runden Album, welches man ohne Probleme am Stück durchhören kann/ will. Allerdings ist der Anspruch schon etwas höher, so dass man auch Zeit und Aufmerksamkeit mitbringen sollte, um alle feinen Nuancen (v.a. im instrumentalen Bereich) zu entdecken.

Wenn ihr Anspieltipps braucht: 'Angler Must Die', 'The Giantas Causeway' oder 'Ancious Children', die gut abbilden, wie abwechslungsreich WE HUNT BUFFALO agieren und auch Einflüsse wie Psychedelic-Rock oder Sludge zulassen und perfekt arrangiert einbauen. Trotz allem weht der Dreck der Prärie über allem und es gibt die berühmten Ecken und Kanten, an denen man hängenbleibt.

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We Hunt Buffalo Photo by Kieth Clark

"Head Smashed In" ist vielleicht nicht das positivste Album des Jahres geworden, aber WE HUNT BUFFALO haben mit dieser Platte ein eindrucksvolles Ausrufezeichen in ihrem Genre gesetzt. Wem die Labels Heavy Psych Sounds, Rise Above Records oder Southern Lord nicht gänzlich unbekannt sind, darf gerne ein Ohr riskieren. 

Album-VÖ: 26.10.2018