(Pure Noise Records/Soulfood)

Nach den unglaublich tollen Alben "Paul Walker" und "Hit Your Head", bescheren uns DRUG CHURCH nun Werk 3 namens "Cheer". Und wie es so ist mit dritten Alben - hier entscheidet sich, ob sich ein Sound etabliert und Wiedererkennungswerte generiert oder die verantwortliche Band Bock auf Weiterentwicklung hat und sich nicht im kreativen Ausleben des Songschreibens limitiert.

DRUG CHURCH haben nie viel Wert auf die üblichen Konventionen gelegt und ihre Songs so gestaltet, dass sie aus der Masse hervorstachen und trotzdem soviel Eingängigkeit mitgebracht haben, dass der Gehörgang mit feinen Melodien geflutet wurde. Irgendwo zwischen Hardcore, Punkrock und Noise angelegt, und dieses berühmte Händchen für die genau getimten Punches, die einen Song in Erinnerung bleiben lassen.

Mit "Cheer" wenden sich die Jungs aus Albany etwas von ihrem typischen (wobei "typisch" bei DRUG CHURCH gar nix ist) Ansatz ab und versuchen sich in krachigen Gitarren, wütend-melancholischem Gesang und einigermaßen nachvollziehbaren Strukturen, die teilweise bereits beim ersten Hören als Hit erkannt werden. Es ist aber nicht so, dass die Band dem Mainstream verfällt oder sich anbiedert - hier wird sich eher ausprobiert, wobei die musikalische Sozialisation und die Lust auf etwas Neues dem Ganzen das nötige Feuer gibt.

Songs wie 'Weed Pin', 'Avoidarama' oder 'Foam Pit' (nur Beispiele, man könnte auch jeden anderen Track von "Cheer" einfügen) haben vielleicht nicht mehr das unbedingte Überraschungsmomentum auf der Seite, aber das druckvolle und energetische Zusammenspiel mit einer guten Prise Grunge abgeschmeckt, kann voll und ganz überzeugen. Ein gutes Lied bleibt ein gutes Lied.

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Drug Church Photo courtesy of Pure Noise Records

Und DRUG CHURCH bleiben eine verdammt gute Band, die mal wieder mit enorm viel Kreativität gesegnet ist - das würde bei anderen Bands locker für drei Alben reichen. Wenn ihr die aktuellen Platten von Culture Abuse, Violent Soho oder The Dirty Nil im Schrank stehen habt, solltet ihr DRUG CHURCH mit "Cheer" auf jeden Fall dazu stellen.

Album-VÖ: 02.11.2018