(Century Media Records/ Sony Music)

Vor acht Jahren hat Hank van Helvete die Denim-Rocker Turbonegro verlassen, da er sich der steigenden Popularität und einhergehenden Verpflichtungen nicht mehr gewachsen fühlte. Bekanntermaßen haben haben sich Turbonegro einen neuen Sänger ins Haus geholt, wobei die Relevanz der Band in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist und die veröffentlichten Alben eher so lauwarm waren. Nun hat auch Herr Helvete wieder Spass an Musik gefunden und bringt dieser Tage sein erstes Solo-Werk heraus, welches ganz bescheiden "Egomania" benannt wurde. HANK VON HELL ist das Alter Ego, was uns zeigen möchte, dass skandinavischer Rock noch immer für die eine oder andere Überraschung gut sein kann.

Das von HANK VON HELL keine R 'n B-Platte zu erwarten war, dürfte jedem klar gewesen sein. Und so rockt zu Beginn der Titeltrack aus den Boxen, der verdammt eingängig daherkommt und an die mittlere Phase von Kiss erinnert. Es gibt definitiv schlechtere Vergleiche. 'Pretty Decent Exposure' kann dann dieses wohlfühlende, nostalgische Gefühl an Turbonegro und der ganzen anderen skandinavischen Schweine-Rock-Bande (Gluecifer, Sator) erzeugen. Mit ordentlich Rabatz und feiner Punk-Kante stürmt der Song nach vorne und kann begeistern.

Der dritte Song 'Blood' klingt dann so, wie ich es im Geheimen befürchtet habe - etwas altherren-rockend und sich ausruhend auf dem bisher Erreichten. Die Gitarrenarbeit ist trotzdem hervorragend, aber dieser Aerosmith-Touch ist mir irgendwie nicht wirklich sympathisch. Zum Glück rückt der nachfolgende Track 'Dirty Money' die gesammelten Eindrücke wieder zurecht. Er verliert zum Ende leider etwas die Spannung, aber der Punk 'n Roller ist recht unterhaltsam.

Und so setzt sich das auf "Egomania" fort - neben einer völlig egalen Komposition wie 'Never Again', folgen solide Tracks der Marke 'Bum To Bum'. Richtig überzeugend wird es dann zum Schluss der Platte, denn hier reihen sich die vier letzten Songs ('Bombwalk Chic', 'Wild Boy Blues', 'Too High' und 'Adios (Where's My Sombrero)' wie an einer Perlenkette voller Hits aneinander und zaubern dem verwöhnten Punkrock-Hörer ein debiles Grinsen ins Gesicht.

Hank_Von_Hell_Photo_by_Ted_Linden

Hank Von Hell Photo by Ted Linden

HANK VON HELL beweist mit seinem neuen Album, dass Turbonegro damals nur mit ihm als Frontmann gut waren. Denn "Egomania" ist genau der Stoff, der der (etwas peinlich anmutenden) Turbojugend seit Jahren fehlt. Starkes Entertainment und unterhaltsame Songs, die zwischen Punk und Rock ihren Platz finden.

Album-VÖ: 02.11.2018