(Big Scary Monsters / AL!VE)

Rückblick: 2013 befand sich Singer-Songwriter Chris Farren auf einem Scheideweg: seine Band Fake Problems trennte sich. In den letzten acht Jahren war die Indie-Punk-Gruppe die einzige Konstante in seinem Leben. In dieser Zeit hatte die Band aus Florida zwei Alben veröffentlicht, auf der ganzen Welt getourt und ist sogar mit ein paar Songs im Fernsehen aufgetreten. Doch jetzt war alles vorbei.
Und da er nicht wusste, was er jetzt tun sollte, ging Chris nach New York auf der Suche nach neuen Kollaboration und Inspiration. Nach ein paar Tagen in der Stadt traf er seinen alten Freund Jeff Rosenstock auf einer Party. Zu dieser Zeit war Jeff noch Frontmann seiner Band Bomb the Music Industry!, einem Punk-Kollektiv aus Brooklyn, die bereits des öfteren mit Fake Problems Shows spielten. An diesem Abend beschlossen die beiden, einen Versuch zu starten und zusammen Songs zu schreiben. Es folgten zwei Eps "Soulmate Stuff" und "I'm So So Tethered" und schließlich das erste Album "Leavin 'La Vida Loca" (2015), welche allesamt mit dem Stempel „gelungen“ versehen wurden.

Gegenwart: Wir haben jetzt Herbst 2018 und ANTARCTIGO VESPUCCI kehren mit "Love In The Time Of E-Mail" zurück, ihrem ersten Album für Big Scary Monsters (EU) und Polyvinyl Records (US). Und auch wenn es der Albumtitel vermuten lässt, es handelt sich hierbei nicht um ein Konzeptalbum, welches sich ausschließlich mit der Liebe, Beziehungen und dergleichen in Zeiten der modernen Technik befasst. Dennoch passt dieser Augenzwinkernde Titel zu dem Popappeal und der humoristischen Note von „Love In The Time of E-Mail“. Der Sound erinnert in den besten Momenten an den Inide-Pop Apeal den THE STROKES in ihrer Hoch-Zeit versprüht haben. Wie gut und catchy das klingt, kann man am besten an meinem persönlichen Anspieltipp 'Kimmy' überprüfen:

Zwischen den Zeilen lässt sich aber auch die Fake Problems Vergangenheit nicht leugnen. Wie man beispielsweise an dem rastlosen 'Freakin You Out' hören kann:

Über eine Breite von zwölf Songs bekommt man hier eine ausgeklügelte New-Wave-Pop-Platte serviert, welcher auch erst auf den letzten Metern die Luft ausgeht. Die eher mauen Balladen 'Lifelike' und 'E-Mail' hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht. Denn dann würde das Album mit einem Kracher wie 'Another Good Thing' enden, welcher Weezer Gitarren so frisch klingen lässt, wie es die Amerikaner selbst schon lange nicht mehr hinbekommen.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Kimmy'

Album-VÖ: 26.10.2018