(Mascot Label Group/ Rough Trade)

P.O.D. also. Zehn Alben in fast einem Vierteljahrhundert Bandbestehen. Das Erstaunliche ist, dass es P.O.D. (PAYABLE ON DEATH) fast ohne Besetzungswechsel geschafft haben, konstant abzuliefern und ihre Fans mit dem bekannten Mix aus Hip-Hop-Versatzstücken, Alternative-Rock-Riffs und angenehm unaufdringlichen Partyhymnen zu befriedigen. Da liegt aber seit jeher der Hase im Pfeffer. Mehr Menschen als die üblichen Hardcore-Fans interessiert die Musik auch nicht, da in den letzten Dekaden kaum neue Entwicklungen für notwendige Überraschungen gesorgt haben.

Nun wird das neue Album "Circles" mit solchen Floskeln wie "back-to-the-roots" usw. beworben. Die ewigen christlich-missionierenden Worte in Interviews oder Promozetteln nerven weiterhin hart und machen die Jungs für mich persönlich nicht gerade sympathisch. Nun gut, mal sehen was musikalisch geboten wird - Neuland erwarte ich jetzt nicht unbedingt.

'Rockin' With The Best' präsentiert den typischen P.O.D.-Sound, der bei Festivals zu später Stunde mit genug Alkohol im Blut durchaus für die ein oder andere Hüpfeinlage gut sein könnte. Das Thema Nu-Metal ist im Grunde seit anderthalb Dekaden tot, aber Bands der Marke Hollywood Undead, From Ashes To New und neuerdings auch wieder Clawfinger sind sich nicht zu schade, die Bausatz-Riffs und zu erwartenden Refrains abzuliefern. P.O.D. reihen sich munter in die Nostalgie-Kette ein und beweisen mit Songs wie 'Always Southern California', 'Panic Attack' oder 'Soundboy Killa', dass eine Blaupause halt immer wieder verwendet werden kann. Mal scheinen Limp Bizkit durch, dann verirren sich Old-School-Linkin Park in den Sound - und wenn es entspannter wird, kann man auch Red Hot Chili Peppers (gibt's die eigentlich noch?) raushören. Der Track 'Domino' ist von allen Langweilern auf "Circles" der Ekligste, weil er sehr mit den aktuellen Chart-Thematiken spielt, ohne jemals die Qualität der Studio-Plastik-Kompositionen zu erreichen.

"Circles" hat sicherlich seine Berechtigung und P.O.D. machen das, was sie machen, nicht schlecht. Aber zu mehr als Hintergrundmusik beim Staubsaugen wird's in den meisten Haushalten nicht reichen. Als ironische Partyattacke bei Open-Air-Veranstaltungen gut zu gebrauchen - allerdings kann man dann auch gleich 'Alive' oder 'Youth Of A Nation' auflegen.

Album-VÖ: 16.11.2018