(Kick The Flame)

Leipzig scheint mir momentan der Kreativ-Pool für deutschstämmige Indie/Alternative/Rock/Punk oder was auch immer Musik zu sein. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem uns keine neue heiße Band aus der sächsischen Metropole vorgestellt wird. Die nächsten in dieser Reihe hören auf den Namen LOVE, THE TWAINS und sind ein Singer/Songwriter-Duo (Lena Franke und Sascha Hünermund), welches nun mit „The Inside“ ihr zweites Album veröffentlicht.

2015 veröffentlichen LOVE, THE TWAINS ihr Debutalbum "Merry Tales", welches sie in verschiedenen Wohn- und WG-Zimmern aufnahmen. Für "The Inside" war der Weg ins Studio unvermeidbar. Schließlich hat man bei diesem Album alles darangesetzt, seine musikalische Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Die Arrangements wurden ausgefeilter, der Sound klingt nach Band und sogar ein Streicherquartett wurde ins Studio geholt.

Im Kern bleibt die Band ihrem ruhigen Stil treu und spezialisiert sich auf die leisen Töne, aber zieht den aufmerksamen Hörer mit diesen umso mehr in den Bann. In der Ruhe liegt die Macht!

Als erste Single hat man den Track 'People Who Are Kind' auserkoren. In dem Song wird das Ende einer Freundschaft zugunsten der Selbstwertschätzung zelebriert und das dazugehörige Video könnt ihr euch hier anschauen:

Der Song sorgt für eine deutlich beschwingtere Stimmung als man sie in ihrer Gesamtheit auf „The Inside“ bekommt. Der Opener 'Second Born' oder das melancholische 'The Insurance Society' sorgen hingegen für eine etwas getragene Stimmung. Ausreißer gibt es mit Songs wie ‘For You’ oder ‘Alive Alive’, welche etwas Swing und Rock n’ Roll mit an Bord haben. Einen weiteren Fixpunkt der Platte bildet der Song 'The Boy Who Lived'. Dieser wirft einen Blick auf die Frage nach dem Guten im Schmerzhaften, auf die Fähigkeit des Hoffens in der Dunkelheit und schließt mit der titelgebenden, man könnte sagen Kernthese des Albums: "The understanding of pain / Is gained on the inside of pain."

“The Inside” ist geeignet für all jene, welche sich bei schmuddeligen Dezember-Wetter lieber mit der Decke aufs Sofa kuscheln und dafür einen musikalischen Soundtrack brauchen.

Album-VÖ: 23.11.2018