(Koch Media GmbH)

Nein, MANDY ist kein DDR-Biopic über die Dame von Nebenan und auch keine Schnulze. Aber ein Liebesfilm. Irgendwie!  

Was wurde dieser Film gehypet, im Vorfeld. Nicolas Cage mit der besten Performance seiner Karriere, bester Horrorfilm seit langem, etc. Kann man teilweise anerkennen, teilweise auch nicht. Ich bin mir immer noch nicht im Klaren darüber, wie ich den Film finden soll. Als ich die BD gesehen hatte, habe ich kurz vor Release noch schnell die Ultimate Edition abbestellt, obwohl diese wirklich sehr hübsch anzusehen ist! Warum? Weil ich verwirrt war ("Was habe ich da gerade gesehen?"). Tage später wirkte der Film aber noch nach und ich musste meine erste Einschätzung etwas revidieren. 

Die Story:

"Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Einzelgänger Red befindet sich in seiner persönlichen Hölle aus Wut und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe MANDY ermordet wurde. Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte „Children of the New Dawn“, hat die natürliche Schönheit zu seiner Auserwählten erkoren und sie entführt, um sich mit ihr zu vereinigen. Nach seiner Zurückweisung durch die willensstarke Frau psychisch entmannt, sucht Jeremiah Erlösung von der erlittenen Schmach in ihrer Hinrichtung. Red hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat."

Bei den Filmfestspielen von Cannes und Sundance räumte der Film ab. MANDY  sei "ein ultraharter, durchgestylter Höllentrip mit Heavy-Metal-Symbolik, dämonischen Motorradmutanten und surrenden Kettensägen, der das Zeug zum absoluten Kultfilm hat."

Auf die Frage, woher die Symbolik kommt, bekommt man durch den Film keine direkte Antwort. Das Black Metal-mäßige Logo, welche die Ultimate Edition ziert, fußt höchstens auf der an das Celtic Frost-Logo angelehnten Streitaxt, die sich Red schmiedet, um auf die Jagd zu gehen. Black Metal spielt sonst keine Rolle, MANDY mag zumindest Metal von Black Sabbath und Mötley Crüe, die Shirts wird sie sicherlich nicht aus modischen Gründen tragen. 

Die Darstellerin der MANDYAndrea Riseborough (The Death of Stalin, Nocturnal Animals) wurde auf jeden Fall sehr gut ausgewählt, ihre Präsenz ist außergewöhnlich. Und natürlich macht Nicolas Cage einen sehr guten Job, aber das macht er für mich sowieso immer, ich mag den Mann, spätestens seit Face Off. Viel Sprechparts hat er hier nicht, aber seine Mimik spricht Bände!

Hervorzuheben ist auch Bösewicht Jeremiah Sand (Linus Roache aus Vikings), dem der charismatische und wahnsinnige Anführer gut gelingt. Schön auch, dass Bill Duke in einer kleinen Rolle als Freund von Red besetzt wurde. Arnie-Fans kennen ihn als Bösewicht aus z.B. Phantomkommando

Regisseur Panos Cosmatos erschuf mit MANDY ein Stück Kunst, das wird mit jeder Sekunde klar. Die bunten Bilder, die ruhigen und langen Einstellungen, die nur für die Gewalt-Eruptionen weichen, hier wurde nichts dem Zufall überlassen, jede Szene genau komponiert, genau wie der stimmungsvolle Score des Oscar®-nominierten Komponisten Jóhann Jóhannsson (Sicario, Arrive). Das Ergebis ist ein psychedelischer Trip, kein Schocker. Klar ist MANDY brutal, aber die Brutalität bewirkt bei mir kein Hände vor die Augen führen, eher ein stummes Verständnis. Man schaut hier nicht weg, die Bilder sind dazu einfach zu großartig und streckenweise auch derbe einlullend. 

Als Extras gibt es einen Audiokommentar zum Film von Patrick Lohmeier (Bahnhofskino) (ca. 120 Minuten), ein Behind the Scenes (ca. 22 Minuten), Deleted Scenes (ca. 14 Minuten), Vier "One Shot" Teaser (ca. 4 Minuten), einen deutschen (ca. 2 Minuten) und einen englischen Trailer (ca. 2 Minuten). Absolut sehenswert ist das Behind the Scenes, das uns Elijah Wood als großen Fan und Produzenten des Regisseurs offenbart.

Sollte man sich als Horrorfilm-Fan, aber auch als Metalhead mal angesehen haben. Ich ziehe mal keine Note aus dem Hut, weil ich immer noch nicht ganz genau weiß, was ich dem Film geben würde. Von der Ästhetik die Höchstnote, vom Geschmack dann eher was im unteren Bereich. Ansehen werde ich ihn mir bestimmt aber noch ein weiteres Mal! Und wer weiß... vielleicht fällt dann mein Urteil anders aus und ich ärgere mich, dass ich mir doch nicht die Ultimate Edition zugelegt habe! 😉

Digital sowie als Blu-ray und DVD, Ultimate Edition und im Mediabook-VÖ: 29.11.2018