(Century Media Records/ Sony Music)

UNEARTH sind jetzt auch schon seit zwanzig Jahren unterwegs und haben sich in dieser Zeit zu einer festen Institution im Metal und Metalcore entwickelt. Während Genrekollegen wie Parkway Drive, Killswitch Engage, As I Lay Dying oder Heaven Shall Burn teilweise enorme Albumverkäufe generieren und Hallen ausverkaufen, sind UNEARTH eher in der zweiten Reihe zu finden (gemeinsam mit Darkest Hour, Cataract etc.). Aber aus der Tiefe der Deckung lässt es sich hervorrragend leben und vor allem unbeschwerte, fiese und brutale Alben aufnehmen. "Extinction(s)" ist das siebte Studiowerk des Fünfers aus Boston, die als Einflüsse ihrer Musik At The Gates oder Pantera angeben - gibt durchaus schlechtere Inspirationsgrundlagen.

Ohne überflüssiges Rumgedrömmel startet "Extinction(s)" sogleich mit 'Incinerate' und präsentiert die Qualitäten von UNEARTH innerhalb vier Minuten aufs Vortrefflichste. Auf den Punkt gezockt, mit innovativen Metal unterfüttert, das Ganze abgerundet mit dem aggressiven und doch melodischen Gebrüll von Frontmann Trevor Phipps. Starke Gitarrenarbeit, die den Song nach vorne treibt und zum Ende hin mit klug gesetzten Breakdowns die letzten Energiereserven freisetzt. 'Dust' folgt diesem Muster, hat allerdings mehr Tempo zu bieten und ist deswegen perfekt, um seine Mähne ordentlich durchzuschütteln. Es wird keine Müdigkeit vorgeschützt, denn mit 'Survivalist' geht es munter weiter in die beschrittenen Pfade, die aber nicht ausgetreten sind, sondern neue Wege ausprobieren und sich von der Masse abheben wollen. UNEARTH schaffen das Kunststück mit den bekannten Versatzstücken des Genres eine Vehemenz und Wucht auszustrahlen, dass man vor Ehrfurcht fast erstarren müsste, würden einen die Songs nicht dermassen mitreißen.

Weitere hervorragende Beispiele, die den (zurecht) respektablen Status von UNEARTH untermauern: 'Cultivation Of Infection', 'The Hunt Begins' (mächtige Riffs) oder 'King Of The Attic' (wildert etwas im Hardcore = geil!). Zudem gibt es mit 'No Reprisal' einen Track, der einen unüberhörbaren, skandinavischen Einschlag hat.

Unearth_Photo_courtesy_of_Century_Media_Records

Unearth Photo courtesy of Century Media Records

'One With The Sun' beschliesst das kompromisslose Werk und man stellt fest, dass "Extinction(s)" schneller vorbei ist, als man sich das wünscht. Aufgrund der Power, der Kreativität und einer enorm stringenten....ähm...Eleganz, ist das Album jedem Metalhead ans Herz gelegt, sofern auch das Wörtchen "Core" nicht abschreckend wirkt.

Album-VÖ: 23.11.2018