Die besten Alben und EPs 2018

Platz 30:

SATELLITE STORIES – Cut The Lights Out

Es hat sich ausfrohlockt, denn SATELLITE STORIES vermelden mit "Cut Out The Lights" nicht nur ihr fünftes Album, sondern auch ihre Auflösung. Und wollen es zum Schluss noch einmal ordentlich krachen lassen. Das klappt über eine Distanz von 10 + 1 Songs auch wunderbar. Hier bekommt man den wnderbaren Indie/Alternative/Pop-Sound, der Bands wie Two Door Cinema Club oder The Wombats groß gemacht hat. Den genannenten Referenzen ging bereits nach 1,5 Alben die Puste aus, SATELLITE STORIES hielten mit erstaunlicher qualitativer Ausdauer die Fahne in den Popwind – bis 2018. Well, so long, guys.

Platz 29:

TRIBULATION – Down Below

Death Metal für die Massen. TRIBULATION schaffen es mit "Down Below" ein Metal-Album zu komponieren, welches ständig zwischen Heavy Metal, Goth-Rock und Pop hin und her schwenkt. Den Weg dafür dürften GHOST und Zeal & Ardor in den letzten Jahren geebnet haben. Und knapp zwölf Monate nach VÖ ist 'Nightbound' immer noch ein Hit und hat inzwischen auch ein Musikvideo:

Platz 28:

LEONIDEN: Again

Im Vergleich zum Debüt-Album wurden hier ordentlich Kanten abgeschliffen und nun klingt wirklich jeder Song wie eine gottverdammte Vodafone-Werbung. Dennoch gilt: wunderbar leichtfüßig und hyperaktiv verspielt. Passt nicht zu jeder Situation, aber immer wenn man mal 'nen geschmeidigen Energiekick braucht, kann man hier blind zugreifen. Und das die LEONIDEN momentan zu den besten Live-Bands auf deutschen Bühnen zählen, kann man hier sehen:

Platz 27:

IDLES – Joy As An Act Of Resistance

Für mich so etwas wie der Grower des Jahres. Im Spätsommer als Nachfolger des Debüts "Brutalism" erschienen, konnte mich das Album zunächst nicht so richtig packen. Auch die Pressestimmen waren ja nun eher gespalten. Ein paar Monate später sind das inzwischen anders aus. Tracks wie 'Never Fight a Man With A Perm' oder 'Danny Nedelko' möchte ich eigentlich nicht mehr missen und finden sich ab sofort in jeder gut sortierten Party-Playlist:

Platz 26:

MIMICKING BIRDS: Layers Of Us

Innerhalb der zehn Tracks auf "Layers Of Us" kombinieren MIMICKING BIRDS Folk und Elektroeinflüsse zu einem Sound der sich zusammen mit Bon Iver, Grizzly Bear und The Paper Kites an einen Tisch setzen darf. Große Namen, denen die zuweilen noch recht unbekannte Band aus Portland in Oregon absolut gerecht wird.

Platz 25:

ALBERT HAMMOND JR.: Francis Trouble

ALBERT HAMMOND JR. gehört wohl mit zu den am meisten unterschätzten Musikern unserer Zeit. Ein schwaches Album hat er noch nie abgeliefert, sei es solo oder mit Hauptband. Auch diese Solo-Platte kann jede Menge Hörgenuß vermitteln. Schnörkelloser 00er-Indiu-Gitarrenpop, stellenweise klingt's fast 1:1 wie die alten Strokes, aber durchweg starke Songs und stimmungsmäßig auch durchaus vielseitig, bzw. generell melancholischer als erwartet.

Platz 24:
MAHLSTROM: maender

MAHLSTROM haben dieses Jahr mit "Maender" ihr Debüt auf den Tisch gelegt. Das sich die Band so viel Zeit für ihr Debüt genommen hat, führt letztendlich dazu das, neben der hohen Qualität, auch keinerlei Ausfälle bei den zehn Tracks zu finden sind. Vor allem das experimentelle 'Am Lachen Vorbei' hat es mir nach einigen Hördurchgängen angetan und gehört heute noch mit zu den besten Songs des Jahres: "Es war eines der ersten Stücke, welches Mitte 2016 während der Songwriting-Session in einer Hütte im Schwarzwald entstanden ist. Es verbindet den klassischen Sound der Band mit 'experimentelleren' Elementen." Zum Thema hat der Song "die ständigen Machtspiele in einer auf Hierarchie aufgebauten Gesellschaft", so Jakob. "Sobald sich Menschen in Gruppen zusammenfinden, besteht die Gefahr und das Potential eines Missverhältnisses von Bedürfnissen und Zuwendungen."

Platz 23:

RIKAS: Swabian Samba

Die prominente Fanbase von RIKAS kann sich sehen lassen. Findlay, Leoniden, Superorganism, Von Wegen Lisbeth und Fil Bo Riva haben die Stuttgarter Band bereits als Support geladen und auch die Jungs von Kraftklub werden nicht müde hier und da die Werbetrommel für RIKAS zu rühren. Wenn man dem Sound der "Swabian Samba" EP lauscht, ist das aber auch alles kein Wunder, denn die Band klingt so dermaßen nach guter Laune, das man sie fast schon als geborenen Support bezeichnen müsste. Man darf gespannt in die Zukunft blicken, ob die Band auch den Sprung nach ganz oben schaffen wird. So lange gibt es erst nochmal ihren Hit des Jahres:

Platz 22:

LINGUA NADA: Snuff

Bei LINGUA NADA kann man von allem sprechen, nur nicht von leichter Zugänglichkeit. Die Leipziger Band spielt einen wilden Mix aus „Garage, Mathrock, Shoegaze, Post-Hardcore und Pop, Surf und Electro“. Auf jeden Fall ein Album welches man sich erarbeiten muss. Und wer diese Mühe auf sich nimmt, der wird mit einer der spannendsten und innovativsten Platten 2018 belohnt.

Platz 21:

PAGAN: Black Wash

Ein umgedrehtes Kreuz als brennende Kerze verziert das Cover des Debütalbums von PAGAN. Das Kerzenkreuz ist inzwischen zu einer Art Bandlogo geworden und es stellt sich jetzt die Frage, ob PAGAN eher düster angehaucht sind oder doch mehr von dem Optimismus des Kerzenscheins in sich tragen. Die Antwort ist eine Mixtur aus beidem und genau das macht den Sound von PAGAN so interessant.

Platz 20:

AGENT BLA: Medium Rare

Unterm Strich ist "Medium Rare" eine ganz wunderbare EP geworden. Vier Tracks die allesamt eine andere, aber durchaus gelungene Facette der Band präsentieren. Was kann man von einer Viertelstunde Musik mehr erwarten?

Platz 19:

GRIZZLY – Polaroids

Zitat Gestromt-Redakteur MT: „Heavy-Pop-Punk! Klingt komisch, ist aber so! GRIZZLY wollen sich nicht direkt in eine Schublade stecken lassen und haben dafür einfach mal einen eigenen Schrank gebaut. Die 6 Jungs aus Karlsruhe vereinen die typischen Elemente des Pop-Punk mit den kraftvollen, aber auch schwermütigeren Eigenschaften des Post-Hardcore. Im Grunde eine saubere Mische aus Blink-182 und Alexisonfire. Fröhliche Sing-A-Long-Parts mit zum Springen anregende Rhythmen gepaart mit energiegeladenen Growls und treibenden Riffs.“ - Unterschreibe ich so, Platz 19.

Platz 18:

BLACK PEAKS – All That Divides

Auch zwei Jahre nach ihrem Debüt fliegen BLACK PEAKS immer noch unter dem Radar. Das ist verdammt irrational und lässt sich auch durch das grandiose „All That Divides“ immer noch nicht erklären. Irgendwas läuft hier verdammt falsch:

Platz 17:

THRICE: Palms

Von Beginn an wird deutlich,‭ ‬dass THRICE hier wieder Bock haben am Experimentieren. Ein verdammt spannendes und interessantes Album ab, welches einerseits in die Zukunft weist‭ (‬Synthies,‭ ‬Elektrospielereien‭) ‬und andererseits die Trademarks vergangener Alben hochhält.

Platz 16:

Ben Howard - Noonday Dream

Der Künstler spaltet inzwischen ähnlich wie sein Schaffen. "Noonday Dream" macht es dem Hörer nicht leicht und stößt vor allem auch den verschmähten Livebesuchern vor den Kopf die Abend für Abend entäuscht nach Hause ziehen, weil es mal wieder kein 'Keep Your Head Up' im Set gab. Dafür gibt es hier mit 'Nica Libres At Dusk' , 'Towing The Line', 'Someone In The Doorway' und 'Murmurations' ein paar kleine Meisterwerke.

Platz 15:

SPANISH LOVE SONGS: Schmaltz

SPANISH LOVE SONGS erfinden das Rad zwar nicht neu, liefern mit "Schmaltz" aber das beste Gaslight Anthem, The Menzingers, The Smith Street Band und Apologies, I Have None-Album seit einer Dekade ab.

Platz 14:

DELTA SLEEP: Ghost City

Brightons Math-Rock-Lieblinge DELTA SLEEP veröffentlichen mit "Ghost City" ihren zweiten Longplayer. Für diejenigen, die zuvor schon von dem reich strukturierten Sound der Band begeistert waren, wird das Album, das einen weiteren großen und wichtigen Schritt in die Richtung ist, die DELTA SLEEP als nächstes einschlagen werden, eine ganz besondere Bedeutung haben. "Ghost City" ist der Sound ihres Lebens und die kulturellen Erfahrungen definieren die Art und Weise neu, wie die Band sich zusammensetzt und ausdrückt, was es letztendlich zu ihrem bisher aufregendsten und fokussiertesten Werk macht.

Platz 13:

Soccer Mommy - Clean

Sophie Allison aka SOCCER MOMMY stellt so etwas wie die Speerspitze der weiblichen Indie/Alternative-Bewegung dar, welche wir momentan erleben. Mit "Clean" veröffentlichte die Sängerin dieses Jahr ein wundervoll schrammelndes Gitarrenalbum, welches man eigentlich zu jeder Gelgenheit auflegen kann. Gerne mehr davon.

Platz 12:

RHYE – Blood

Bereits das erste RHYE Album, "Woman", konnte 2013 mit seinem sinnlichem, Sade-esquem Soul und R&B begeistern. Die Formel für "Blood" ist ähnlich angelegt, auch wenn dem Band-Sound hier etwas mehr Bedeutung zukommt. Eines der Alben, welches ich auch in fünf oder zehn Jahren noch gerne hören werde. Das kann man heute schon absehen.

Platz 11:
MUNCIE GIRLS: FIXED IDEALS

Das besondere an den MUNCIE GIRLS dürfte vor allem sein, dass sie es mühelos schaffen songschreiberische Klasse und Pop/Punkmelodien zu einem solch eingängigen Geflecht zu verknüpfen, das einem jeder zweite Song nicht mehr aus der Ohrmuschel gehen will. Das sich die Band dabei auch noch wirklichen Themen zuwendet (Angstzustände, Alkoholsucht, familiäre Probleme, etc.) positioniert sie sich nochmals eine Stufe über den üblichen Genreverwandten.
Dieses Niveau über dreizehn Songs zu halten ist ebenfalls beachtlich. Und alleine der Mittelteil des Albums versprüht mit 'Isn't Life Funny', 'Bubble Bath' und 'Fig Tree' so dermaßen gute Laune, dass der Sommer 2018 wohl niemals enden wird.

Platz 10:
Pale Waves - My mind makes noises

Inspiriert von den Sounds der 80er, insbesondere The Cure aber durchaus auch Madonna, machen PALE WAVES Musik, die aus der Zeit fällt und gerade deshalb als (tanzbares) Gegenstück zum aktuellen Popsound gelten darf. Nach ihrer Debüt-EP "All The Things I Never Said" und reiheinweise ausverkaufter Shows in UK, Festland-Europa und den USA, folgte nun mit "My Mind Makes Noises" das Debütalbum. Natürlich ist diese Band von vorne bis hinten durchkommerzialisiert und eventuell auch am Reißbrett entstanden, aber dennoch funktioniert der zusammengeklaute Sound verdammt gut. Slebst auf Albumlänge.

Platz 09:

Roosevelt - Young romance

ROOSEVELT macht mit seinem zweiten Album einfach genau dort weiter, wo er mit dem ersten aufgehört hat. Die Songs sind zum Teil so genial einfach, dass man sich wundert, warum es diese Melodien schon nicht alle gibt. Oder hat der Typ einfach clever geklaut? Bereits die zweite perfekt produzierte Pop-Platte in seiner noch jungen Vita.

Platz 08:

BLACKOUT PROBLEMS - Kaos



"Kaos" ist in keiner einzigen Minute langweilig und es gibt soviele Nuancen zu entdecken, dass man BLACKOUT PROBLEMS zu einem absoluten Meisterwerk gratulieren darf. Mir fällt aktuell keine Band hierzulande ein, die ein ähnlich hohes Niveau und die kompositorische Kraft hat, wie der Vierer aus Süddeutschland.

Platz 07:

STILL CORNERS – Slow Air

Auch bei STILL CORNERS lässt sich keine vernünftige Erklärung dafür finden, weshalb diese Band immer noch so unbekannt ist. Das englische Duo spielt bereits seit über zehn Jahren einen geradezu hypnotischen Dream/Wave-Pop der sich ganz tief in jeder Hörmuschel einnistet. Das schafften sie auch 2018 mit "Slow Air" erneut.

Platz 06:

YOU ME AT SIX – VI

YOU ME AT SIX sind immer noch hungrig und immer noch eine der besten Indie-Rock-Bands des gesamten britischen Empires und bestätigen das mit ihrem Album aufs Neue. "VI" versammelt dabei so viele Hits Schlag auf Schlag, das man erst nochmal nachsehen muss, ob man es hier nicht mit einer Best Of-Zusammenstellung zu tun hat.

Platz 05:

THE PENSKE FILE - Salvation



"Salvation" ist ein großartiges Album, welches Punkrock-Liebhaber mit einem Fingerschnippen zufriedenstellen wird. THE PENSKE FILE haben genau den richtigen Ton gefunden und können sich mit ihrem neuesten Output in eine Reihe mit The Menzingers oder alten The Loved Ones stellen.

Platz 04:

TINY MOVING PARTS: Swell


Januar 2018 schrieb ich: „Das Album verkneift sich jegliche Ausfälle und dürfte aufgrund seiner Komplexität auch in den nächsten Monaten noch etwas wachsen.“ - Passt. Auch zum Ende des Jahres eines der besten.

Platz 03:

PARCELS: Parcels

Nach einigen grandiosen Vorab-VÖs hätten es sich PARCELS deutlich einfacher machen können und diese einfach auf ihrem Debüt versammeln können. Die Band geht allerdings den steinigeren Weg und präsentiert eine ganze Reihe neuer Tracks aus dem Jahr 2018. 'Withorwithoutyou', 'Tieduprightnow', 'Bemyself' und 'Lightenup' beweisen, dass man es hier nicht nur mit einer Daft Punk Cover Band zu tun hat.

Platz 02:

LYSISTRATA: The Thread

„Wird über Lysistrata geschrieben, dann oft in schmeichelnden Vergleichen á la klingt wie At The Drive In / Refused / Battles / Foals / Explosions In The Sky / Sonic Youth". Doch bei allen Querverweisen erschaffen LYSISTRATA stets so originelle Stimmungsbilder, das man keine Plagiatsvorwürfe erheben müsste. Und über allem thront ein Song:

Platz 01:

ROLO TOMASSI – Time Will Die And Love Will Bury It

ROLO TOMASSI bringen auf ihrem neusten Album alles unter, ohne den Überblick zu verlieren. Keine Konventionen, kein Denken in Genres. So unterstreichen ROLO TOMASSI einmal mehr ihre Ausnahmestellung. Die dürfen nicht nur alles, sie können auch alles. Hart, weich, hell, dunkel, laut, leise...sämtliche Gegensätze finden sich auf der Platte wieder, teilweise sogar in einem einzelnen Song. Und das verbüffendste dabei, es klingt so gut und passend wie man es sich in seinen kühnsten Träumen nicht auszumalen vermag.

Die besten Konzerte in 2018:

  •  Bear's Den– Elbphilharmonie
  • Satellite Stories – Hamburg, Nochtspeicher
  • Parcels – Hamburg, Kleine Freiheit

Die Ohrwurmsongs 2018:

  • HOP ALONG – How Simple
  • PETAL – Better than you
  • JOSH. - Cordula Grün (verdammt nervig!!!)
  • Parcels - Tieduprightnow

Musikalische Entäuschung des Jahres:

MUMFORD AND SONS - Delta

Newcomer/Überraschung des Jahres:

PARCELS

PARCELS by Antoine Henault

Serien/Filme des Jahres:

BOHEMIAN RHAPSODY

Bestes Album-Cover:

CURSIVE - Vitriola

Grottigestes Album-Cover:

LAURA JANE GRACE - Bought to Rot