(Lametta)

Jetzt wird es ernst: Eine Mischung aus Erfolgsdruck und eigenem Anspruch, das ist die Krux beim verflixten zweiten Album. Somit kein Wunder das die Veröffentlichung von "In Too Deep" sich so lange hinzog. Der Arbeitsprozess am Album dauerte dieses Mal sehr lange, was aber zum großen Teil an einer neuen Herangehensweise und den gelebten demokratischen Strukturen innerhalb der Band lag.

„Anders als auf dem Debüt haben wir für dieses Album einen Großteil des Materials gemeinsam geschrieben und arrangiert. Von der Entwicklung der ersten Demos hin bis zu den finalen Aufnahmen waren alle Bandmitglieder involviert. Wir haben viel Neues ausprobiert und experimentiert: Ein Großteil des Fundaments der Aufnahmen sind z.B. live eingespielt – für uns eine neue Erfahrung, denn bisher hatten wir hauptsächlich mit Overdubs gearbeitet. Wir finden, man hört und fühlt den Unterschied.“ teilt die Band mit.

Alles Neu und dennoch vertraut. Den dem Kerngeschäft bleibt die Band treu und spielt weiter einen Alternative/Indierock im Spannung feld zwischen Death Cab, den frühen Maritime und den alten Jimmy Eat World. Zum Auftakt gibt es mit 'Automatic Doors' direkt einen Hit, welchen man auch hier in einer Liveversion hören kann:

„Follow The Road – As Far As The Road Goes“ - die Band hält sich auf "In Too Deep" an ihre eigenen Ratschläge und serviert mit dem Titeltrack direkt den nächsten Kracher. Der Song erzählt von den ersten Wochen einer Liebe, in denen alles im Fluss ist, in denen Euphorie und Ungewissheit sich abwechseln. 'Cheap Shots' hält das Niveau oben und 'Bridges' flirtet heftig mit The Postal Service. Mit 'Lakeland' findet sich anschließend die rockigste Nummer des Albums und erst der Track 'Summer House' lässt die bis hierher entstandene Euphorie etwas abebben. Und auch 'Done' verliert sich, für meinen Geschmack, anschließend in zu viele Spielereien und Effekte. Es wirkt wirklich so, als sei der Band auf halber Distanz die Puste ausgegangen. Zur Halbzeit des Rennens befand man sich allerdings klar auf Weltrekordniveau. Somit reicht es beim Zieleinlauf zumindest noch für einen Medallienplatz.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Bridges'

Album-VÖ: 02.11.2018