(Rise Records / BMG / ADA Warner)

Rise Records haben mittlerweile auch abseits ihres Metal/Hardcore/Punk-Portfolios interessante Bands gesignt, die es wert sind, dass ein oder andere Ohr zu riskieren. VALLEYHEART aus Salem/Massachusetts existieren seit 2016 und haben nun ihr Debüt "Everyone I've Ever Loved" am Start.

Wer lautstarkes Gebrüll, straight-forward gepeitschte Punkrock-Attacken oder sonstige Aggressivität erwartet, kann aufhören zu lesen, denn VALLEYHEART fühlen sich eher dem Indie-Rock zugehörig, der zwischendurch zwar temperamentvoll ausbricht, aber im Grunde perfekte Herbst- und Wintermusik darstellt.

Ihr Ansatz feine Inspirationen aus dem Indie-Bereich mit filigranen Shoegaze-Ansätzen zu verbinden passt vortrefflich in die derzeitige Wetterlage und verführt dazu, es sich mit einem Whiskey vor dem Kamin gemütlich zu machen und die Kompositionen auf sich wirken zu lassen.

Der Opener 'Heaven & Hell' steht Pate für die weiteren zehn Songs, die die Platte für den Hörer bereit gelegt hat. Tracks wie 'Friends In The Foyer', 'Drowned In Living Waters' oder 'Dissolve' sind schon im oberen Qualitätsdrittel anzusiedeln. Freunde von rockigen Death Cab For Cutie oder aktuelleren Title Fight dürfte das gefallen.

Etwas störend, wenn nicht sogar aufdringlich sind die religiös geprägten Texte, die teils einen missionarischen Charakter haben und deshalb viel kaputt machen, was die Band musikalisch aufgebaut hat.

Aufgrund dessen fällt meine Bewertung durchschnittlich aus, da das Können einnehmende Rocksongs zu schreiben, definitiv vorhanden ist, mir der religiöse Eifer aber vollends gegen den Strich geht.

Album-VÖ: 14.12.2018