(Warner, Zebralution, Ferryhouse)

Nach zwei EPs, über 2 Millionen Streams und einigem Lob aus der internationalen Bloglandschaft veröffentlicht die Londoner Band DAHLIA SLEEPS nun endlich ihre neue EP „Love, Lost“. Wir haben abgehört.

Als Luke Hester und Lucy Hill 2015 gemeinsam einen Londoner Keller betraten starteten die beiden keine Fummel-Orgie, wie es vielleicht das Cover von “Love, Lost” vermuten lässt, sondern legten die ersten Weichen für das musikalische Projekt DAHLIA SLEEPS. Hester zeigte sich verantwortlich für den skelettartigen Elektronik-Sound, welcher gepaart mit dem zarten, souligen Gesang von Sängerin Hill eine atemberaubende Partnerschaft bildete. Sängerin Lucy Hill beschreibt die Inhalte ihrer Songs wie folgt: „All das führt zu einem Projekt, bei dem es darum geht, Wahrheit und Ehrlichkeit zu suchen und zu dokumentieren - ob das nun Trauer, Wut oder Liebe ist. […]“.

Bei so viel versammeltem Talent dauerte es dann auch gar nicht lange, bis sich die ersten Erfolge einstellten. Erste veröffentlichte Songs sammelten hunderttausende Plays auf verschiedenen Plattformen ein. Nach zwei beachtenswerten EPs spielte die Band erste ausverkaufte Headline-Shows, tauchte auf der Glastonbury’s Emerging Talent List auf und schaffte es schließlich zu BBC Introducing. Nun folgt mit “Love, Lost” eine weitere EP, welche den eingeschlagenen Erfolgsweg der Briten munter weiterverfolgen wird.

Wie bereits auf den ersten VÖs beweisen DAHLIA SLEEPS hier erneut: In der Ruhe liegt die Macht! Weiterhin setzt man auf einen schwelgerisch-verschwommenen Sound und nimmt die Hörer mit auf eine melancholische Klangreise durch warme Wolken und dichten Nebel.

“Love, Lost” enthält vier Songs, ein Zwischenspiel und wird gerahmt von Intro und Outro. ‘Storm’ erweist sich dabei als eingängiger Indie-Pop der Marke London Grammar oder Daughter:

Das treibende ‘Settle Down’ nimmt anschließend enorm Fahrt auf und erinnert in seiner Struktur dann schon verdammt an die Großmeister des verhallten Melancholie-Indie THE XX. ‘Settle Down’ ist ein Dialog „zwischen mir und jemandem, der mir sehr am Herzen liegt. Es ist das, was ich nicht persönlich sagen konnte. Dieser widersprüchliche Versuch, jemanden an einem scheinbar hoffnungslosen Punkt zu beruhigen, dass es noch Hoffnung gibt.“, so Luke Hester über den für ihn sehr emotionalen Song.

Das bereits angesprochene Zwischenspiel und der Titeltrack geben sich eine Spur zurückgenommener, bevor ‘To The Water’ nochmals die gesamte Band des britischen Vierers beansprucht.

Hier ist vor allem die Stimmung der Star. Auf der EP findet sich vielleicht kein so aufdringlicher Hit, wie ihn die genannten Referenz-Band aufweisen können, dafür aber jede Menge Liebe.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: ‘Settle Down’

EP-VÖ: 18.01.2019