(Nuclear Blast Records)
Das neue Album von NAILED TO OBSCURITY ist zwar schon ein paar Tage draußen, nichtsdestotrotz gibt es gute Gründe, warum die Review erst jetzt kommt: erstens haben wir kein Promoexemplar verwendet, sondern brav die CD auf ihrem Konzert in Hannover gekauft, zweitens ist "Black Frost" eines dieser Alben, dass sich mit jedem zusätzlichen Durchlauf noch mehr dem Hörer öffnet, immer mehr von sich preisgibt, und dadurch wie ein guter Wein mit der Zeit immer besser wird!
Eine bessere Jahreszeit für diese Ambient-Deathmetal-Scheibe hätte es wahrscheinlich nicht geben können: während draußen die Scheiben vom Auto zufrieren, kann man selbst seine Seele frösteln lassen.
"Black Frost" ist atmosphärisch so dicht, dass man sich diesem Bann nur schwer entziehen kann. Schon das Vorgängeralbum hat mich abgeholt, dieses Album holt mich nicht nur ab, sondern entführt mich quasi auf eine Fahrt ohne Wiederkehr. Andere Schreiberkollegen werfen dem Album vor, es sei "zu verkopft", doch das sehe ich keinesfalls, vielmehr ist "wohl durchdacht" die richtige Formulierung, denn bei all der kompositorischen Qualität auf höchstem Niveau wird nicht vergessen, dass es letztlich nicht nur darum geht zu zeigen, was man kann, sondern mit echten Songs zu begeistern, und das haben sie in meinen Augen in vollem Maße geschafft. Für ein Deathmetal-Album sind erstaunlich viele Clean-Vocals vorhanden, aber auch hier überzeugt Frontmann Raimund Ennenga auf ganzer Linie.
Wie schon zu "King Delusion" sei abschließend gesagt, dass dies wohl das beste Deathmetalalbum aus dem Jahr 2019 ist, das eigentlich auch Mitte der Neunziger hätte erscheinen können, wo alle großen Deathmetal-Scheiben das Licht der Welt erblickten... Und ja, mit einer solchen Aussage im Januar lehne ich mich recht weit aus dem Fenster...

Photo by Ester Segarra

ALBUM-VÖ: 11.01.2019