(Boketto Records)

AGADOR SPARTACUS könnten auch unserer Rubrik „Neu auf dem Radar“ entstammen. Es handelt sich hier zwar nicht um musikalische Frischlinge, ihre ersten belegbaren Spuren haben sie bereits 2014 mit der EP „Agadorable“ gelegt, jedoch hatte sie bisher wohl keine Gestromt-Redakteur auf dem Radar – und auch außerhalb unserer Blase gehört die Band nicht zur A-Prominenz.

Die Mitglieder von AGADOR SPARTACUS verteilen sich mit dem Ruhrgebiet und Hamburg über halb Deutschland. Hier liegt sicherlich eine der Ursachen, dass die Band ein eher langsames Arbeitstempo ihr Eigen nennt. Denn obwohl die Band nun in das achte Jahr ihres Bestehens gelangt, zählt die Discographie gerade einmal drei Eps. Und auch in diesem Internet findet sich vergleichsweise wenig über die Band. Klar, es gibt eine Bandpage, einen Facebook-Kanal und auch ein Instagram-Profil, aber im Bereich der Social Media Vermarktung hat die Band bei weitem ihr Potential noch nicht ausgeschöpft. Dabei haben sie mit ihren Songs ein ordentliches Faustpfand in der Hosentasche.

Sowohl „Agadorable“ (2014), „Agadawesome“ (2015) als auch die aktuelle EP „Agastonishing“ liefern einige solide Rocknummern, welche ich, trotz teilweise wildem Stil-Mix, im Genre Punkrock/Posthardcore verorten würde.

„Agastonishing“ beinhaltet sechs neue Stücke und ein verzichtbares Intro, welches den eigentlichen Opener der EP mal direkt im Tempo drückt. 'Living Slow/Dying Hard' entfaltet somit erst zum Refrain seine in sich wohnende natürliche Kraft. 'Mere Superstition' ist für mich der Hit der Scheibe, auch wenn irgendwie die letzte Zutat fehlt, was allerdings sämtliche Stücke auf der EP eint. 'Escape Artist's Son' setzt auf solide und eingängige Powerriffs, 'Me And The Making' erinnert an Readymade oder die frühen Slut. Wer also ein Faible für deutschen Gitarrensound Ende der 90er, Anfang der 00er Jahre besitzt, der kann hier neues Ohrenfutter finden. Denn obwohl die von Sänger Sir Lesley Adam Pay vorgetragenen Lyrics auf Englisch daherkommen, klingt das irgendwie schon nach einer Band aus Deutschland. Auch das vertrackte 'Tetris' kann diesen Eindruck ebenso nicht verschleiern wie der solide Closer 'My Beautiful Mind'.

Wer sich die EP-im Schnelldurchlauf geben möchte um zu testen, ob das was für ihn ist, der kann sich mit diesem Video-Stream durch die Snippets von „Agastonishing“ hören:

Als Fazit muss ich sagen, dass mich „Agastonishing“ einigermaßen ratlos zurücklässt. AGADOR SPARTACUS scheinen sich jedenfalls auch nach acht Bandjahren noch nicht wirklich gefunden zu haben. Dabei ist es schwer zu fassen, was dieser Band fehlt oder wo sie überhaupt grobe Fehler macht. Aber irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass sich die Band mit ihrer eigenen Sperrigkeit im Wege steht.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Mere Superstition'

Album-VÖ: 14.01.2019