(Quinell Oucharek)

Bereits die Namenswahl der Eltern nimmt erwiesenermaßen deutlichen Einfluss auf die Karriere eines Kindes. Während die Kevins und Jaquelines dieser Welt mit ihren Eltern später noch ein Hühnchen zu rupfen haben, so darf sich Quinell Oucharek bei seinen Eltern bedanken. Denn wer nach einem Bob Dylan Song ('The Mighty Quinn') benannt wird, der ist förmlich dazu bestimmt Musiker zu werden. Glücklicherweise ist der amerikanische Singer/Songwriter auch mit dem nötigen Talent gesegnet, wie seine neuste EP "Space To Breathe" beweist.

In seiner Discographie kann QUINELL bereits einen Longplayer aus dem Jahre 2013 aufweisen. Das selbstfinanzierte Debüt "Til We're Free" enthielt mit 'Hooked on a Feeling' zudem einen Mini-Hit, mit dem QUINELL bereits auf sich Aufmerksam machen konnte. Nun folgt mit der "Space To Breathe"-EP die nächste größere Veröffentlichung des Künstlers, bei der er alles darangesetzt hat, seine musikalische Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Schlauerweise setzt QUINELL die catchy Nummer 'Callin The Dr.' direkt an den Beginn der EP. Der Song trägt einen lässigen Jack Johnson Vibe in seinem Herzen, brilliert mit einem gniedeligen Gitarrensolo im letzten Drittel und – nicht zu guter Letzt – überzeugt der an Milky Chance erinnernde Gesangsstil.

So modern geht es leider nicht mehr weiter. Was danach folgt sind vier eher klassische Americana-Folk Nummern, die den äußerst gelungenen Einstieg wie einen Fremdkörper erscheinen lassen. QUINELL erinnert dabei dann eher an einen Folk-Balladen-Bryan Adams als an einen modernen Milky Chance. Auch wenn es mich nach dem sehr guten Einstieg etwas enttäuscht, finden sich durchaus noch gelungene Momente, wie z.B. die sehr schönen Zweitstimmen in 'Olivia' oder 'Space To Breathe'. Das abschließende 'Time Keeps Moving On' ist hingegen einfach nur eins – schön.

Als Fazit lässt sich sagen, dass QUINELL auf "Space To Breathe" das Rad nicht neu erfindet, sondern auf ein bewährtes Rezept mit einer (für ihn) neuen Gewichtung der Zutaten setzt. Verglichen mit seinem Debüt eine Spur weniger Pop, dafür mehr Folk.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Callin The Dr.'

EP-VÖ: 22.02.2019