(Quiet Panic & Bridge 9 / Soulfood)

Okay, um die Rezension zu "MPLS" von BEACH SLANG etwas ausführlicher erscheinen zu lassen, werfe ich mal ein paar Infos und Namen in den Raum, da die als EP (deklarierte) Single erstens nur zwei Songs anbietet und zweitens Coverversionen von ohnehin perfekten Songs präsentiert. So kann man sich bereits beim Erwerb der Vinylscheibe (oder digital) fragen, wo hier der tiefere Sinn der Veröffentlichung sein soll.

Gecovert werden 'AAA' von Paul Westerberg (bzw. seinem Alter Ego Grandpaboy) und 'I Hate Alternative Rock' von Bob Mould. Beide Künstler sind Legenden des melancholischen Punkrocks (Hüsker Dü/ The Replacements etc.). So schliesst sich auch der Kreis, denn BEACH SLANG sind aktuell einer jener Gruppen, die die Tradition fortführen und emotionale Texte mit viel Indie-Gitarren abschmecken und dabei eine ordentliche Punk-Kante auffahren.

Quiet Panic ist ein Unterlabel der in Boston ansässigen Hardcore-Plattenfirma Bridge 9 Records und wurde von Chain Of Strength-Gitarristen Ryan Hoffman ins Leben gerufen. "MPLS" ist eines der ersten Releases des noch jungen Labels und vielleicht schon jetzt eines der überflüssigsten. Denn warum man eine Single benötigt, bei der die Originale 1:1 nachgespielt werden ohne einen Funken Variation, erschliesst sich mir nicht. Und das gehauchte, manchmal atemlose "singen" von Sänger James Alex geht einem irgendwann auf den Keks. Habe den Hype um BEACH SLANG eh noch nie verstanden. Ach ja...um die Informationen kompakt zu haben: Produziert wurde das Ding von Goo Goo Dolls-Bassisten und Teilzeitsänger Robby Takac. Und nochmal...ach ja: BEACH SLANG sind im Frühjahr mit Jawbreaker auf Tour.

BEACH SLANG Photo by Andrew Benge/Redferns

BEACH SLANG Photo by Andrew Benge/Redferns

"MPLS" ist vielleicht als Sammlerstück interessant, so fern es denn limitiert sein sollte. Einen Mehrwert in musikalischer Hinsicht kann ich nicht erkennen, da die Originalsongs perfekt sind und keiner Neuinterpretation bedurft hätten. Und wenn man sich schon solche Klassikern heraussucht, kann man erwarten, dass der eigene Stil durchscheint, was BEACH SLANG sträflich vernachlässigen.

EP-VÖ: 15.03.2019