(MFZB Records/Soulfood)

In schöner Regelmäßigket wird die Party-Crowd mit neuen Alben von ZEBRAHEAD versorgt. "Brain Invaders" markiert Nr. 12 (die vielen EPs oder Compilations gar nicht mitgezählt). Ihr sehr markanter Style manifestiert sich zwischen Sprechgesang (ist das schon Rap?) und eingängigen Punk-Rock-Hymnen, die noch jedes Bein zum Zucken gebracht hat - v.a. live 'ne Macht die Jungs.

Viel hat sich auch bei der aktuellen Platte nicht geändert - warum auch, wenn man sich einen Trademark-Sound erarbeitet hat, der natürlich genauso von den Fans erwartet wird. Im Prinzip sind ZEBRAHEAD seit ihrem Überhit 'Playmate Of The Year' eine sichere Bank. Ich kann mich noch an das Hurricane-Festival vor einigen Jahren erinnern, als es wie aus Eimern goß, der Wind kalt den Festivalplatz leerfegte und ZEBRAHEAD auf der Hauptbühne am frühen Nachmittag vor ca. 200 nüchternen Leuten Vollgas gaben. Kein Mensch blieb still stehen, da ZEBRAHEAD eine Präsenz an den Tag legten, dem man sich nicht entziehen konnte und wollte. Zudem sind die Songs perfekt auf solche Situationen zugeschnitten - extrem catchy, Mithüpf-Parts ohne Ende und zum Durchdrehen astreinen Punkrock, der den Pop nicht ganz außer acht lässt.

Für den dicken Klang bei "Brain Invaders" hat Genre-Spezialist Paul Miner gesorgt, der bereits u.a. New Found Glory, Death By Stereo oder Atreyu produktionstechnisch unterstützte.

ZEBRAHEAD sind komplett irre und haben null Berührungsängste bzgl. anderen Stilen oder musikalischen Varianten. So beinhaltet der erste Track 'When Both Sides Suck, We're All Winners' Elemente aus dem Rap, Punkrock, Drum & Bass und College-Rock. Was chaotisch in der Beschreibung klingt, ist es im ersten Moment auch klanglich, allerdings entwickelt sich daraus ein Party-Knaller allererster Güte, so fern man sein Anspruchdenken etwas zurückfährt oder von seinem hohen Roß heruntersteigt und einfach akzeptiert, dass ZEBRAHEAD niemals einen Grammy gewinnen werden (auch wenn sie mal kurz davor waren).

Es gibt natürlich noch Andrew W.K. oder The Bennies, die teilweise in eine ähnliche Schiene hauen, was den Feier-Charakter betrifft, aber meiner Meinung nach ist keine Band in ihrem Tun so authentisch wie ZEBRAHEAD. Songs wie 'All My Friends Are Nobodies', 'Party On The Dancefloor' oder meinetwegen 'Bullet On The Train' sind wunderbare Beweise dafür, wie die Kalifonier ticken. Komplett losgelöst von allen Zwängen, die sich andere Truppen selbst auferlegen, geben sie nicht eine Sekunde nach und unterhalten über die gesamte Laufzeit. Nach vierzehn Nummern fühlt man sich ausgelaugt, berauscht, einigermaßen glücklich und völlig abgekämpft. Was ein Ritt!

ZEBRAHEAD_Photo_by_Tobias_Sutter

ZEBRAHEAD Photo by Tobias Sutter

Man weiß aus Erfahrung, was man bei ZEBRAHEAD zu erwarten hat. Und das erfüllt der Fünfer aus Orange County zu 100%. Hier steht der Spass-Faktor im Vordergrund und hat dafür einige herausragende Knaller an Bord. Der Rest ist purer Punkrock-Wahnsinn, der mit teils kruden Sprechgesang-Einlagen bestens entertaint. Kein Innovations-Award dafür, aber eine überdurchschnittliche Bewertung hat "Brain Invaders" allemal verdient.

Album-VÖ: 08.03.2019