(Pure Noise Records/ Soulfood)

YOUTH FOUNTAIN kommen aus Kanada und sind ein Duo, welches sich dem Post-Core/Pop-Punk-Genre zugehörig fühlt. Seit 2013 existiert das Projekt, welches als One-Man-Show begonnen hat, um sich schlussendlich als Zweier-Team zu finden.

"Letter To Our Former Selves" ist nun das Debütalbum und geizt nicht mit persönlichen Texten, die nicht unbedingt die Sonnenseite des Lebens abbilden. Wie Gitarrist/ Sänger Tyler Zanon erklärt: "Letters to Our Former Selves" is a record that holds pieces of the person I have been over the past decade. Within each track, there are impactful moments & experiences captured through lyricism - touching on topics about self-identity issues, isolation, relationships & mental health problems". Nicht ganz einfach Stoff also, den YOUTH FOUNTAIN hier abbilden.

Mir ist nicht ganz klar, wer die Drums und/ oder Bass spielt oder ob dies einer speziellen Programmierung geschuldet ist, jedenfalls funktionieren Tyler Zanon und sein Kompagnon Cody Muraro als Band. Nach dem kurzen Intro 'Helpless' wird sogleich der Titeltrack abgefeuert, der sich langsam aufbaut, um dann quasi zu explodieren. Feinster Up-Tempo-Pop-Punk, der energisch und emotional gesungen wird. 'Rose Coloured Glass' geht in die selbe Richtung und unterhält mit Wechselgesang der beiden Protagonisten - einmal wunderbar klar, zum anderen etwas rauer/wütender. Sehr gut austariert mit enormen Hitpotenzial. YOUTH FOUNTAIN verlassen diesen Pfad bis auf Weiteres auch nicht, können aber durchgehend überzeugen, da die Tracks genug Reibungspunkte haben, an denen man hängenbleibt. Strukturell zwar alles irgendwie ähnlich, trotzdem setzt jeder Song seine Duftmarke und steht für sich selbst. 'Complacement' erinnert z.B. von der Dynamik an ältere Apologies, I Have None. 'Deadlocked' kann sich einer Faszination für Taking Back Sunday nicht gänzlich entziehen und 'Blooms' hat was von den modernen Post-Core-Bands der Marke Pianos Become The Teeth abbekommen.

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Youth Fountain Photo courtesy of Pure Noise Records

Alles in allem ist "Letter To Our Former Selves" ein spannendes Album geworden, was YOUTH FOUNTAIN vielleicht nicht in den Rock-Olymp heben wird, aber durchaus interessante Ansätze hat und für Fans erwähnter Referenzen ein "Sure-Shot" ist.

Album-VÖ: 08.03.2019