(Uncle M Music / Cargo Records / Believe)

KIND KAPUTT sind vier junge Menschen, die sich zwischen Leipzig und Nürnberg gefunden und sich entschlossen haben, eindringlichen Post-Core mit emotionalen Anklängen zu spielen. Das Ergebnis kann nun beim Debüt "Zerfall" bestaunt werden. Zu allem Überfluss ist es auch noch ein deutschsprachiges Konzeptalbum geworden, welches mit enorm viel Anspruch aufwartet und den interessierten Zuhörer in einen Sog aus Worten hineinwirft, aus dem eine Geschichte entsteht.

Der Protagonist erlebt ein Gefühlschaos an der Schwelle zum Erwachsensein und muss mit negativen Erfahrungen wie Verlust, Angst und Zweifel umgehen lernen, um daraus eine Hoffnung zu schöpfen, die das Weitermachen möglich macht.

Vertont mit einer Eindringlichkeit und Vehemenz, dass einem zwischendurch der Atem stockt - dann aber wieder Melodien parat hält, die etwas Licht in die Verzweiflung bringen. "Zerfall" ist wie erwähnt an ein Konzept, an eine handlungsübergreifende Geschichte gebunden, deswegen wäre es müßig einzelne Tracks aus dem Kontext zu reissen, um dieses oder jenes Highlight in den Vordergrund zu stellen. Dies ist Kopfhörer-Musik im besten Sinne, die Konzentration verlangt und den Hörer fordert. Wenn man sich mit diesem Wissen an "Zerfall" heranwagt, bekommt man ein intensives, mitreissendes Gesamtkunstwerk geboten, welches aus der Masse hervorsticht, aber (leider) niemals die Massen erreichen wird.

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Kind Kaputt Photo courtesy of Uncle M

So werden KIND KAPUTT ein gut ge- bzw. behütetes Geheimnis bleiben, welches ich aber Fans von Fjört, Van Holzen oder Escapado dringend ans Herz legen möchte. "Zerfall" ist schwieriges Terrain - es lohnt sich aber dieses bis in alle Einzelheiten zu erforschen.

Album-VÖ: 22.03.2019